Aktuelle Nachrichten

Mo

28

Mai

2018

Sturmmöwenkolonie mit Gästen

Zum geplanten langlebigen und stabilen Gitterzaun hat es leider im Frühjahr noch nicht gereicht. Zu hohe Wasserstände machten es den Zaunbauern unmöglich, die Zaunelemente einzu-bauen. Dafür sprangen unsere „vereinseigenen Zaunbauer“  um Nico, Michael, Gerd, Jens, Otmar und Hanna ein und errichteten aufs Neue einen beweglichen elektronischen Doppel-Weidezaun. Offensichtlich auch in diesem Jahr mit Erfolg. Die Graugänse laufen schon mit ihren Gösseln umher;  Austernfischer , Reiherente und  Sturmmöwen sind noch beim Brüten. Bleibt also die Hoffnung, dass die Küstenvögel erfolgreich ihre Jungen aufziehen können. Voraussetzung aber bleibt , dass die E-Zäune nicht von Menschenhand zerstört werden bzw. von  Prädatoren überwunden werden. Die Wärmebildkameras sind jedenfalls wieder „scharf“ gestellt.

 

Unmittelbar außerhalb des Zaunes sieht es dagegen deprimierend aus, denn da werden alle Gelege der Sturmmöwen, Rotschenkel, Feldlerchen und Wiesenpieper regelmäßig schon in der ersten Nacht nach dem Legen ein Raub der Füchse und Steinmarder. Bekanntlich blieb den Naturschützern ja eine großzügigere Einzäunung der westlichen vom Beobachtungsturm liegenden NSG-Flächen durch die Gemeinde Heiligenhafen verwehrt. Um diese Flächen trotzdem für Küstenvögel wieder attraktiv zu machen, entschloss man sich, die besagten Beutegreifer jagdlich zu reduzieren.

 

Dafür haben das Land und der Kreis Ostholstein nunmehr über die UNB die Grundlagen geschaffen. Greifen die Maßnahmen, hat der NABU die berechtigte Hoffnung, in Zukunft auch wieder die eleganten und seltenen Säbelschnäbler, die stoßtauchenden Küstenseeschwalben oder die farbenprächtigen Mittelsägerfamilien bei den naturkundlichen Führungen begrüßen  zu können. 

 

Text und Fotos: Klaus Dürkop

Mo

08

Jan

2018

Neue Jugendgruppe der NABU Ortsgruppe Heiligenhafen

Ab dem 11.1.2018 startet die Jugendgruppe der NABU Ortsgruppe Heiligenhafen unter der Leitung von Susanne Jindra. Treffpunkt für Interessierte ist das Jugendzentrum in der Friedrich-Ebert-Straße 39 jeden Donnerstag zwischen 16:00 - 18:00.

 

susanne.jindra@outlook.de
Tel: 0178/1145307

Mo

09

Okt

2017

Nahrungstisch für Reiher

Starke südwestliche Winde hatten das Wasser um das Naturschutzgebiet Graswarder hinaus getrieben und für ein überraschendes Schauspiel in den Wind-watten zwischen Strandresort und Schutz-gebiet gesorgt. In den verbliebenen mit Wasser und Algen gefüllten Senken war kurzfristig ein überreiches  Nahrungs-angebot mit Fischen und Krabben aller Art entstanden. Gefangen wie in einem abgelassenen Fischteich hatten Stichlinge, kleine Heringe und Plattfische keine Chance mehr,  die offene Ostsee zu erreichen. Dieser Umstand hatte sich wohl unter Graureihern und auch einem Silberreiher wie ein Lauffeuer „herumgesprochen“ (siehe Fotos). Ab 14.00 Uhr flogen im Minutentakt immer mehr dieser bis zu 98 cm großen Schreitvögel ein.  Obwohl in den letzten Tagen schon vermehrt Graureiher als Zugvögel das NSG aufsuchten, kam die Anzahl doch überraschend. Denn plötzlich konnten aufmerksame Beobachter vom Graswarderweg aus 62 dieser Großvögel bei der Nahrungssuche erleben. Ein Ereignis besonderer Art, das bisher noch nie in diesem Ausmaß am Graswarder beobachtet werden konnte und nur dem reichgedeckter Nahrungstisch zu verdanken war. Der Hunger war auf Grund des optimalen Nahrungsangebots auch sehr schnell gestillt, denn schon bald standen die Reiher gelangweilt auf den Wattflächen. Hätten sie gewusst, dass diese Nahrungsquelle schon bald verschwinden würde, hätten sie sich vielleicht einen „Vorrat“ verschafft. Ich weiß, das klingt sehr menschlich. Dennoch: Am gleichen Abend strömte das Ostseewasser zurück und beendete damit auch den Auftritt dieser Großvögel und einen schönen Anblick.

 

Leider werden in Schleswig-Holstein durch Einzelerlaubnisse der Unteren Jagdbehörde immer noch zwischen 100-200 Graureiher zum Abschuss freigegeben, was der NABU stark kritisiert. Beim Bestand ist in SH ein 60 prozentiger Rückgang eingetreten.

 

 

Text und Fotos: Klaus Dürkop, Manfred Kiau

Fr

18

Aug

2017

Delegation der „Grünen“ auf dem Graswarder

Vier Bundes- und Europapolitiker der „Grünen“ machten am 14. August erstmalig Station auf dem Graswarder, um sich über den Naturschutz an der Ostsee zu informieren,  Reinhard Bütikofer, Luise Amsberg, Konstantin von Notz und der Bundestagskandidat Jakob Brunken. Sie wurden von weiteren Mitgliedern aus ihrer Partei begleitet.

 

In einem einleitenden Vortrag in Form von Film- und Power-Point-Präsentationen stellte der Referent Klaus Dürkop das Naturschutzgebiet schwerpunktmäßig mit seiner Vogelwelt und den Problemfeldern vor. Für zusätzliche Fragen stand die 2. Vorsitzende der NABU-Gruppe Heiligenhafen zur Verfügung.

 

Im Vordergrund der anschließenden Diskussion standen der Arten- und Individuenrückgang bei den Küstenvögeln, insbesondere durch Prädatoren wie Fuchs, Marder, Igel etc. Gegenstand der Erörterung war insbesondere der geplante Gitterstabzaun, der in Heiligenhafen von den Stadtvertretern rundweg abgelehnt wird. Die angereisten Politiker zeigten großes Interesse an dem Problem und sagten Unterstützung zu.

 

Text und Fotos:

 

Klaus Dürkop

Fr

04

Aug

2017

Oben hui, unten pfui

So ähnlich könnte man den Bruterfolg auf dem Graswarder bezeichnen. Im Umfeld der einen Hektar großen eingezäunten Fläche mit der Sturmmöwenkolonie blieben in diesem Jahr zählbare Brutergebnisse bei den Küstenvögeln nahezu gänzlich aus. Die Mittelsäger zogen mit 1 Paar und 6 Jungen ziemlich verlassen ihre Kreise, 1 Paar Stockenten versuchten ihr Glück und 3 Paare der Graugänse schafften es, Ihre Gössel flugfähig zu machen, 1 Paar der Höckerschwäne führen zur Zeit noch 2 Junge. Bei den Sandregenpfeifern kam anfangs mit 12 Brutpaaren noch gute Hoffnung auf, flügge Junge konnten aber nicht registriert werden.

 

Null Ergebnisse gab es bei den Seeschwalben, den Säbelschnäblern, den Austernfischern.

 

Mehr als frustrierend, wenn man den Widerständen vor Ort hilflos gegenüber steht. Von einem Vogelparadies der siebziger Jahre sind wir heute meilenweit entfernt. Im Gegensatz dazu tobte in dem E-Zaun gesicherten Areal das Leben. Hier faszinierten die Sturmmöwen im Schnitt mit annähernd 1,8 Jungen pro Paar. Bei insgesamt ca. 220 Brutpaaren wurden so fast 400 Küken flügge. Die Hauptnahrung bestand bei den Sturmmöwen aus Regenwürmern (siehe Foto).

 

Reiherente und Schnatterente hatten Anfangserfolge, wurden aber später nach dem Verlassen der Kolonie nicht mehr angetroffen.

 

Verluste durch Füchse, Marder und Igel konnten nicht festgestellt werden. Der nur etwa 1,10 Meter hohe, unter Strom stehende Knüpfdraht, wurde erstaunlicher Weise vom Fuchs nicht übersprungen. Ein Hindernisgrund mag möglicherweise der in einem Meter davor aufgebaute engmaschige Kükendraht  sein. Ob die elektrisch aufgeladenen Felder um die Zäune herum darüber hinaus auch noch eine Rolle spielen, sollte einmal untersucht werden. Der NABU ist dabei aber überfordert.

 

Verluste bei der Aufzucht traten lediglich durch Silbermöwen auf. Insgesamt haben sich der Einbau und die tägliche Kontrolle der Zäune mehr als gelohnt. Besonderer Dank gilt den ehrenamtlichen Mitstreitern. Eingriffe in die Natur haben in der Regel aber nicht selten auch ungewollte Folgen. Dazu zählt hier der hohe Aufwuchs durch Melden, Kamille und Ackerkratzdistel. Daher wurde das eingezäunte Areal zum frühestmöglichen Zeitpunkt wieder für die Rinder geöffnet. Sie stürzten sich mit Heißhunger auf die Melde und die Kamille. Bei der Beseitigung der Disteln ist leider Handarbeit angesagt. Die Zaungeflechte wurden eingerollt und ins Winterlager gebracht – aufwendig und mühsam.

 

Text und Fotos: Klaus Dürkop

Machen Sie uns stark

Spenden