Aktuelle Nachrichten

Mi

22

Aug

2018

Eine Ära geht zu Ende

Zäune sind eigentlich eine schlechte Lösung bei der Bewältigung von Artenschutzproblemen in Naturschutz-gebieten. Dennoch versuchte der NABU ab 1998 nach dem Vorbild des RSPB durch mobile E-Zäune den Rückgang der Küstenvögel auf dem Graswarder zu verhindern bzw. aufzuhalten. Dazu wurden einzelne Kolonien (Sturmmöwen, See-schwalben, Säbelschnäbler) im Frühjahr vor der Brutsaison jeweils mit 5 adrigen Litzenzäunen eingezäunt und damit vor allem vor Prädatoren wie dem Fuchs gesichert. Anfänglich mit recht gutem Erfolg. Aber nachdem die Elektrogeber immer wieder auch durch menschliche Eingriffe zerstört wurden, blieben die erhofften Erfolge aus. Wie wir aus Gesprächen mit Jägern entnehmen konnten, hatte der Bestand an Füchsen in der freien Landschaft darüber hinaus in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen und den Graswarder mit seinen Küstenvögeln als wahre Nahrungsoase entdeckt. Der Druck von außen nahm zu, andere Prädatoren wie Marder und Igel kamen hinzu. Letztlich blieb der Nachwuchs bei den Küstenvögeln ganz aus. 2018 hatten nur noch 9 Paare der Graugänse Bruterfolg.

 

Diesem Zustand soll nun ein stabiler Gitterzaun entgegen wirken. Die Maßnahme selbst wird Ende August in Angriff genommen und beginnt mit der Einzäunung einer Fläche südlich des Naturzentrums. Mitte November wird der Querzaun hinter dem Beobachtungsturm errichtet.

Voraussetzung für die Baumaßnahmen war in diesen Tagen daher die Beseitigung der mobilen E-Zäune auf einer Länge von ca. 800 Metern incl. der Folie, die den Aufwuchs von Pflanzen verhindern sollte. Eine schweißtreibende Arbeit für die ehrenamtlichen Mitarbeiter des NABU, Muskelkater mit einbezogen. Mein Dank gilt Hanne, Heike, Nico, Michael und Gerd.

 

 

Text und Fotos: Klaus Dürkop

Di

26

Jun

2018

Welch seltenes Insekt

Ein Zwerghirschkäfer – auch Balken-schröter genannt- zeigte sich in diesen Tagen an einer hell verputzten Hauswand einer Graswarder-Villa. Ein ungewöhnlicher Anblick, denn in den letzten 50 Jahren gab es noch nie einen derartigen Nachweis im Bereich unserer Dünenlandschaft.

Normalerweise lebt er in Bäumen und ist als Totholzkäfer bekannt. Gern nistet er sich im Innern von absterbenden Buchen oder Eichen und ernährt sich von totem Baummaterial und Baumpilzen.  Bäume dieser Art sind auf dem Graswarder aber gar nicht vertreten, so dass nur eine Erklärung übrig bleibt: Die Larven sind mit Eichenspaltpfählen, die für den Zaunbau im Naturschutzgebiet verwendet werden, im NSG gelandet und nun als Trittbrettfahrernach dreijähriger Entwicklungsphase geschlüpft. Der männliche Käfer ist fast drei Zentimeter groß und flugfähig. Von den über 6.000 in Deutschland vorkommenden Käferarten gehört der Zwerghirschkäfer zu den größeren Arten unter den heimischen Käfern. Gerne bewegen sich die Balkenschröter in der Abenddämmerung, sind aber grundsätzlich sowohl tag-, als auch nachtaktiv. Ihre Flugzeit beschränkt sich auf die Monate Mai bis August. Mit einer Käferinvasion ist hier wohl nicht zu rechnen; vielmehr muss bei diesem Nachweis von einem Einzelfall ausgegangen werden.

 

 

Text und Foto: Klaus Dürkop

Mo

28

Mai

2018

Sturmmöwenkolonie mit Gästen

Zum geplanten langlebigen und stabilen Gitterzaun hat es leider im Frühjahr noch nicht gereicht. Zu hohe Wasserstände machten es den Zaunbauern unmöglich, die Zaunelemente einzu-bauen. Dafür sprangen unsere „vereinseigenen Zaunbauer“  um Nico, Michael, Gerd, Jens, Otmar und Hanna ein und errichteten aufs Neue einen beweglichen elektronischen Doppel-Weidezaun. Offensichtlich auch in diesem Jahr mit Erfolg. Die Graugänse laufen schon mit ihren Gösseln umher;  Austernfischer , Reiherente und  Sturmmöwen sind noch beim Brüten. Bleibt also die Hoffnung, dass die Küstenvögel erfolgreich ihre Jungen aufziehen können. Voraussetzung aber bleibt , dass die E-Zäune nicht von Menschenhand zerstört werden bzw. von  Prädatoren überwunden werden. Die Wärmebildkameras sind jedenfalls wieder „scharf“ gestellt.

 

Unmittelbar außerhalb des Zaunes sieht es dagegen deprimierend aus, denn da werden alle Gelege der Sturmmöwen, Rotschenkel, Feldlerchen und Wiesenpieper regelmäßig schon in der ersten Nacht nach dem Legen ein Raub der Füchse und Steinmarder. Bekanntlich blieb den Naturschützern ja eine großzügigere Einzäunung der westlichen vom Beobachtungsturm liegenden NSG-Flächen durch die Gemeinde Heiligenhafen verwehrt. Um diese Flächen trotzdem für Küstenvögel wieder attraktiv zu machen, entschloss man sich, die besagten Beutegreifer jagdlich zu reduzieren.

 

Dafür haben das Land und der Kreis Ostholstein nunmehr über die UNB die Grundlagen geschaffen. Greifen die Maßnahmen, hat der NABU die berechtigte Hoffnung, in Zukunft auch wieder die eleganten und seltenen Säbelschnäbler, die stoßtauchenden Küstenseeschwalben oder die farbenprächtigen Mittelsägerfamilien bei den naturkundlichen Führungen begrüßen  zu können. 

 

Text und Fotos: Klaus Dürkop

Mo

08

Jan

2018

Neue Jugendgruppe der NABU Ortsgruppe Heiligenhafen

Ab dem 11.1.2018 startet die Jugendgruppe der NABU Ortsgruppe Heiligenhafen unter der Leitung von Susanne Jindra. Treffpunkt für Interessierte ist das Jugendzentrum in der Friedrich-Ebert-Straße 39 jeden Donnerstag zwischen 16:00 - 18:00.

 

susanne.jindra@outlook.de
Tel: 0178/1145307

Mo

09

Okt

2017

Nahrungstisch für Reiher

Starke südwestliche Winde hatten das Wasser um das Naturschutzgebiet Graswarder hinaus getrieben und für ein überraschendes Schauspiel in den Wind-watten zwischen Strandresort und Schutz-gebiet gesorgt. In den verbliebenen mit Wasser und Algen gefüllten Senken war kurzfristig ein überreiches  Nahrungs-angebot mit Fischen und Krabben aller Art entstanden. Gefangen wie in einem abgelassenen Fischteich hatten Stichlinge, kleine Heringe und Plattfische keine Chance mehr,  die offene Ostsee zu erreichen. Dieser Umstand hatte sich wohl unter Graureihern und auch einem Silberreiher wie ein Lauffeuer „herumgesprochen“ (siehe Fotos). Ab 14.00 Uhr flogen im Minutentakt immer mehr dieser bis zu 98 cm großen Schreitvögel ein.  Obwohl in den letzten Tagen schon vermehrt Graureiher als Zugvögel das NSG aufsuchten, kam die Anzahl doch überraschend. Denn plötzlich konnten aufmerksame Beobachter vom Graswarderweg aus 62 dieser Großvögel bei der Nahrungssuche erleben. Ein Ereignis besonderer Art, das bisher noch nie in diesem Ausmaß am Graswarder beobachtet werden konnte und nur dem reichgedeckter Nahrungstisch zu verdanken war. Der Hunger war auf Grund des optimalen Nahrungsangebots auch sehr schnell gestillt, denn schon bald standen die Reiher gelangweilt auf den Wattflächen. Hätten sie gewusst, dass diese Nahrungsquelle schon bald verschwinden würde, hätten sie sich vielleicht einen „Vorrat“ verschafft. Ich weiß, das klingt sehr menschlich. Dennoch: Am gleichen Abend strömte das Ostseewasser zurück und beendete damit auch den Auftritt dieser Großvögel und einen schönen Anblick.

 

Leider werden in Schleswig-Holstein durch Einzelerlaubnisse der Unteren Jagdbehörde immer noch zwischen 100-200 Graureiher zum Abschuss freigegeben, was der NABU stark kritisiert. Beim Bestand ist in SH ein 60 prozentiger Rückgang eingetreten.

 

 

Text und Fotos: Klaus Dürkop, Manfred Kiau

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