Zwergseeschwalbe (Sterna albifrons)

Zwergseeschwalbe
Zwergseeschwalbe

Vorkommen und Wanderung: Fast über die ganze Erde, an nahezu allen europäischen Küsten, mit Ausnahme von Island. In Deutschland typischer, wenn auch selten gewordener Küstenbewohner. Größte Vorkommen an der Schleswig-Holsteinischen Ostseeküste befinden sich am Lensterstrand (Grömitz), auf dem Graswarder und am Bottsee (Kieler Außenförde), in kleineren Beständen an der Howachter Bucht.In den 2000sender Jahren brüteten regelmäßig rund 130 Paare/Jahr an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins, an  der Mecklenburger Küste nur noch durchschnittlich 80 Paare. Die Zwergseeschwalbe ist ein ausgesprochener Zugvogel. Überwinterungsgebiet: Südlich bis an die Küsten von Westafrika, vom Senegal bis Ghana.

 

Brutbiologie: Die Zwergseeschwalben nisten im NSG auf feinsandigen bis kiesigen Strandwällen, zumindest aber vegetationslosen Flächen im äußersten Osten des Gebites. Die vom Weibchen ausgescharrte Nestmulde ist nur in Ausnahmefällen mit etwas Nistmaterial, kleinen Steinchen oder Muschelschalen-Bruchstücken ausgelegt. Gelegegröße 2-3 Eier, Grundfarbe hell sandfarben. Beide Partner brüten 20-22 Tage; die Jungtiere sind nach 15-17 Tagen flugfähig. Die älteste beringte Zwergseeschwalbe erreichte ein Alter von 24 Jahren.

 

Verhalten: Beim Nahrungserwerb fischt diese Seeschwalbe stoßtauchend im seichten, ca. 24-50 cm tiefen, klaren Wasser. Der normale Suchflug in 5-6 m Höhe wird von kurzen Rüttelphasen unterbrochen, in denen die Seeschwalbe kopfwendend nach Beute Ausschau hält. Beim steilen bis senkrechtem Sturzflug werden die Flügel angewinkelt.

 

Besonderheiten: Der kleinste Vertreter unserer Seeschwalben ist zugleich auch die gefährdetste Art. Die Paare, die heute noch im NSG Graswarder brüten, können wir bis auf Ausnahmejahre an einer Hand abzählen. Hauptfeinde sind hier Raubsäuger wie Fuchs, Steinmarder, Iltis, aber auch Großmöwen und Ratten. Anteil an dem starken Rückgang haben auch uneinsichtige „Zweibeiner“, die sich wasserseits den Kolonien nähern. Schon die geringsten Beunruhigungen führen zum Auffliegen der Zwergseeschwalben. Noch bevor sie sich wieder auf ihre Gelege gesetzt haben, räumen andere tierische Feinde die Nester aus. In Schleswig Holstein sind daher alle Brutplätze bewacht.