Queller (Salicornia europaea)

Queller
Queller

Der Queller tritt in rasenartigen Beständen auf stark salzhaltigen, schlickigen aber auch torfigen Böden auf. Im Ostseeküstenbereich ist er sehr viel seltener als an der Nordseeküste und beschränkt sich häufig auf Salzlaken, die bis zu 30 cm über dem mittleren Hochwasser liegen.


Der Queller ( Salicornia europaea) gehört - wie auch das Salzkraut (Salsola kali) - zu den Gänsefußgewächsen (Familie Chenopodiaceae ). Häufig steht der Queller im NSG Graswarder mit der Strandsode (Sueda maritima ) im Verbund.


Der Queller ist einjährig. Er ist eine echte Salzpflanze (Halophyt). Er speichert das Salz im Zellsaft und wird auf diese Weise mit dem Salz fertig („Salzsukkulenz“). Seine Asche enthält bis zu 75% Kochsalz, Weshalb er auch von den Küstenbewohnern in früheren Jahrhunderten über Koch- und Verdampfungsvorgänge zur Salzgewinnung genutzt wurde.


Die Wurzel bildet einen großen Ballen. Zweige und Äste stehen aufrecht, können aber auch nieder liegende Formen annehmen. Der Stängel trägt keine ausgebildeten Blätter, sondern nur glasigfleischige Gebilde. Die Blüten sind sehr unscheinbar und wegen ihrer geringen Größe von ca.1 mm erst bei genauerem Hinsehen erkennbar. Nach der Samenreife stirbt die Pflanze sehr bald ab.


Der Queller fällt am Ende der Vegetationszeit durch einen der Herbstlaubfärbung vergleichbaren Farbwechsel auf. Seine Sprossen leuchten in der Sonne kräftig rot-orange bis purpurrot, weil die Chlorophyllanteile bereits chemisch abgebaut sind. Nun bestimmt das im Zellsaft gelöste „Rübenrot“ (Betazyan) allein die Farbe.

 

Bei der Benennung dieser Salzpflanze stößt man immer wieder auf volkstümliche Namen:

  • Im Ostseeküstenbereich, so etwa auf der Insel Fehmarn, wird der Queller auch Wunnblatt genannt. Wunne bedeutete früher sumpfiges, morastiges Gelände.
  • Eine sehr anschauliche Bezeichnung finden die Eiderstedter mit dem Namen: Schlick-Dannen.

  • In Ostfriesland stoßen wir auf Bezeichnungen wie Meersalzkraut, Süllte oder Soltje.

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