Austernfischer (Haematopus ostralegus)

Austernfischer
Austernfischer

Vorkommen und Wanderung: Der Austernfischer ist in großer Anzahl und Unterarten über die ganze Erde verbreitet. Bei uns brütet er hauptsächlich an der Nordseeküste, weniger an der Ostseeküste und nur selten an Binnengewässern, wie z.B. dem Elbe-Seitenkanal bei Lüneburg. Die Zahl der Brutpaare im NSG Graswarder betrug regelmäßig 25-30. Leider nimmt der Bestand in den letzten Jahren kontinuierlich ab, 2013 nur noch bei 16 Paaren.

Seine Überwinterungsgebiete liegen vor allem an der Nordsee; manche ziehen auch bis Nordwestafrika.

 

Brutbiologie: Anfang Mai legt der Austernfischer 3-4 sandfarbene Eier, die mit ihren bräunlich-schwarzen Tupfern gut getarnt und nur schwer erkennbar für Nesträuber wie Möwen, Krähen oder Elstern sind. Die Dunenjungen schlüpfen nach 27-tägiger Bebrütung.

Die Aufzucht wird von beiden Elterntieren gemeinsam betrieben. In den ersten Wochen tragen sie die Nahrung (Muscheln, Schnecken, Würmer, Krebse und Insekten) zu ihren Jungen.

 

Verhalten: Der Austernfischer macht durch seinen Ruf auf sich aufmerksam. Anfang März kommen sie lauthals zur Gruppenbalz zusammen. Sie findet meist am Boden statt, oft aber auch in exakte Flugordnungen übergehend. Laut trillernd laufen sie mit schnellen Schritten neben- und hintereinander, den Kopf weit vorgestreckt. Dann halten sie plötzlich inne, bilden einen Kreis und richten ihre Schnäbel auf den Boden.

 

Besonderheiten: Beim Aufspüren von Wattwürmern ist der Austernfischer im Augenblick der Kotentleerung des Wurmes durch die Bewegung der Kothäufchen am erfolgreichsten. Die Nahrungssuche erfolgt bis etwa 12 cm Tiefe. Nach dem Fang tragen die Vögel den Wurm häufig zur nächstgelegenen Wasserpfütze, um ihn „abzuwaschen“. Miesmuscheln suchen sie gern im Angespül an der Nordküste des Graswarders, da nur bei extremem Niedrigwasser die Miesmuschelbänke frei fallen. Mit der Beute fliegen sie zu regelrechten „Schmieden“ um dort die Muscheln mit ihrem pfriemartigen Schnabel auf Höhe des Schließmuskels aufzubrechen. Dann löst der Austernfischer das Muschelfleisch heraus und übergibt es ggf. in kleinen Portionen an seine Jungen.