Aktuelle Nachrichten

26.10.2015

 

Die Story hinter dem Graswarder-Film

 

An einem Samstag im August. Strahlend blauer Himmel, unterbrochen allenfalls durch ein paar Schäfchenwolken, spiegelglatte See dank einer beinahe zärtlich-sanften Brise: Herrlich seltenes Sommerwetter über dem Ostseebad Heiligenhafen.

 

Mitten auf dem Naturschutzgebiet Graswarder, dort wo in jedem Jahr viele zigtausend Wasservögel rasten, brüten und sich genügend Kraftreserven für die spätere Winterreise anfuttern, steht zwischen Büscheln des gerade verblühten Strandflieders ein schneeweißer Karton.

 

Es ist die edle Verpackung eines Quadrokopters, allgemein besser bekannt als so genannte Drohne - ein Fluggerät mit Fotolinse, das ungefähr dem Ausmaß eines DIN-A-3-Papierbogens entspricht.

 

Der Pilot an der Fernbedienung regelt nur noch ein paar Hebel, Knöpfe, Schalter. Auf dem Display seines Laptops wird die Ausrichtung der Kamera final justiert. Die vier Rotoren setzen sich sirrend in Gang, bis sie etwa Elektrorasenmäher-Lautstärke erreicht haben. Dann hebt die Maschine ab, ganz langsam, dann immer schneller, höher, weiter – und fliegt dem Auge des Betrachters davon…

 

An jenem Samstag im August wurde die Geschichte des Graswarders topaktuell visualisiert: Erstmals liefern seitdem Bilder aus Tiefflughöhe, besser noch: aus tatsächlicher Vogelperspektive, einen atemberaubenden Gesamteindruck der besonders geschützten Amphibienlandschaft östlich der Marina und des neuen Strand Resort.

 

Erstmals ist es nunmehr möglich, mithilfe eines dreieinhalbminütigen Filmes die ganze Pracht und die Ausdehnung des Graswarders in Heiligenhafen zu genießen: „Ausflug in ein Paradies“ heißt das kunstvolle Werk, das es auch auf der Seite von www.heiligenhafen-touristik.de der Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) via YouTube im weltweiten Internet zu bestaunen gibt.

 

Mit dem Fernglas in der Hand verfolgen die drei Männer auf dem Graswarder jetzt den Flug der Drohne bis zur östlichen Spitze. Inzwischen ist sie knapp zwei Kilometer entfernt von ihrem Startplatz, es wird allmählich Zeit zur Rückkehr. Nach einem Schwenk in Richtung Fischereihafen überquert die fliegende Kamera die seichten Gewässer am Ufersaum des Naturschutzgebietes, nimmt den Mastenwald der tausend Yachten an der Marina ins Visier und dreht behutsam bei, parallel zu den bezaubernden, teilweise reetgedeckten Strandvillen.


Sinnliches Erleben kann manchmal so einfach sein.

 


                                          

 

 

„Küste im Wandel“ – ein Volltreffer

 

Großer Erfolg für ein Heiligenhafen-Buch: Innerhalb von nur sechs Monaten ist die erste Auflage des opulenten Bild-Bandes „Küste im Wandel“ über das Naturschutzgebiet Graswarder von NABU-Chef Klaus Dürkop nahezu ausverkauft!

 

Das 354 Seiten starke Werk mit über 500 brillanten Farbfotos und zwölf Kapiteln aus der Feder von zehn wissenschaftlichen Autoren hat sich vom Start weg zu einem Verkaufsrenner entwickelt.

 

Herausgeber Klaus Dürkop begeistert: „Ich hätte in meinen kühnsten Träumen kaum erwartet, dass unsere buchgewordene Exkursion über den paradiesischen Graswarder, die Steilküste und die angrenzenden Salzwiesen auf derart viele Interessenten in unserer Stadt, aber auch bei vielen hundert Feriengästen stößt.“

 

Das Buch „Küste im Wandel“, das für außergewöhnlich günstige 19.80 Euro angeboten wird, behandelt nicht allein die Entwicklungsgeschichte des Graswarders, sondern beschreibt darüber hinaus ausführlich die Pflanzenwelt der Nehrung, die Küstenvegetation, die Unterwasserwelt, die Käfer-Fauna, die Meeresschutzgebiete und nicht zuletzt den Aussichtsturm eines der berühmtesten deutschen Architekten, des Wahl-Heiligenhafeners Professor Dr. Meinhard von Gerkan.

 

Klaus Dürkop: „Abseits des touristischen Geschehens hat Heiligenhafen hier ein Alleinstellungsmerkmal, das es unbedingt für die Nachwelt zu erhalten gibt. Wir Menschen brauchen die Natur, aber die Natur braucht uns Menschen nicht. Sie entwickelt sich von ganz allein, wenn man sie nur in Ruhe lässt und mit dem gebührenden Respekt vor der Schöpfung behandelt!“

 

Der Erfolg gibt ihm Recht.                                                                  

Fr

21

Apr

2017

Ein außergewöhnlicher Durchzügler

Gleich sechs Steinschmätzer machten am 16. April  nach Aussage unseres Natur-schutzwartes Manfred Kiau Station auf dem Graswarder. Nah genug für unseren Fotografen, um einige großartige Fotos zu machen. Sie waren Anlass genug, um einmal nach den Überwinterungs- und Brutgebieten dieses nur 25 Gramm leichten Singvogels zu suchen. Staunens-wert, was dabei herauskam. Der kleine Vogel schafft den längsten Vogelzug unter den Singvögeln, ein wahrer Weltmeister.  Im Verhältnis zu seiner geringen Größe legt er die größte Distanz zurück, die jemals bei Vögeln beobachtet wurde.

 

Dank des technischen Fortschritts konnten vor kurzem Ornithologen herausfinden, dass die Steinschmätzer südlich der Sahara (Sudan, Uganda, Kenia) überwintern und jetzt im Frühjahr wieder auf dem Rückflug zu ihren Brutplätzen nach Kanada und Alaska sind, mit Zwischenstation auf dem Graswarder. Es ließ sich nachweisen, dass die Steinschmätzer an einzelnen Tagen bis zu 850 Kilometer zurücklegen, sogar 3500 Kilometer über den Nordatlantik fliegen, dabei Grönland streifen und es bei ihren Pendeltouren insgesamt auf ca. 30.000 Kilometer im Jahr bringen können. Meist fliegen sie allein oder in losen Schwärmen, nicht aber in geordneten Formationen, wie wir es von Gänsen oder Kranichen kennen. Auf dem Graswarder kann man sie bei ihrer Nahrungssuche im April und Mai beobachten.

 

 

Text: Klaus Dürkop, Fotos: Manfred Kiau, Klaus Dürkop

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Sa

04

Mär

2017

Die ersten Sturmmöwen sind aus ihren Überwinterungsgebieten zurück

Das hat es noch nie gegeben, denn bisher kehrten unsere Sturmmöwen in der Regel um den 17. März aus ihren Winterquartieren vom englischen Kanal zurück. Bei besonderen Witterungs-bedingungen konnte ausnahmsweise auch schon mal um den 10. März der Charaktervogel des Graswarders beob-achtet werden, was wohl dem Klimawandel zuzurechnen ist. In diesem Jahr haben es des „Börgermester sien Höhner“ aber dennoch besonders eilig und verblüffen die Ornithologen in Heiligenhafen.

 

 

Mit lautem Geschrei haben nämlich die ersten Sturmmöwenpaare ihr Quartier in der Siedlung am Röschkamp bezogen. Eine Erklärung für dieses Verhalten ergibt sich möglicherweise aus der Großwetterlage. Danach sollen morgen die Temperaturen über eine südliche Windströmung auf über 13 Grad ansteigen. Diese Wärmefront scheinen die Sturmmöwen offensichtlich erkannt zu haben und die Rückkehr beschleunigt angetreten zu haben. Ich denke aber, dass diese ersten Paare nur eine Vorhut sind und der Rest wie immer um den 17. März  Quartier auf dem Graswarder bezieht.

 

Text & Foto: Klaus Dürkop

Sa

28

Jan

2017

Nordische Vögel des Glücks

...sammeln sich jetzt wieder vermehrt in der Eichholzniederung, auf dem Binnensee und auf der Orther Reede. Gemeint sind Singschwäne, die als Zugvögel bereits eine lange Reise von mindestens 1600 Kilometern von ihren Brutgebieten in Nordeuropa oder sogar aus Sibirien hinter sich haben. Im Vergleich zum letzten Winter ist ihre Zahl aber noch sehr überschaubar. Zur Zeit verweilen etwa etwa 50 Individuen an ihren Rastplätzen um Heiligenhafen.

 

Ähnlich geringe Bestände werden auch bei den anderen Wasservögeln (Reiherenten, Tafelenten, Schellenten, Bergenten, Eiderenten u.a.m.) registriert. Sie lassen darauf schließen, dass die gefiederten Gäste auf Grund der außergewöhnlich milden Witterung (geringe Vereisung) noch auf offener See, in dänischen Gewässern oder im Fall der Singschwäne gern auch im Binnenland auf Rapsfeldern verweilen. Warum die Singschwäne dennoch schon heute unsere besondere Aufmerksamkeit genießen, liegt an einigen Besonderheiten. Insbesondere unterscheiden sich diese Großvögel von vielen anderen Wasservögeln durch ihre konzertreifen Auftritte.

 

Singschwäne können durch spezielle Windungen in der Luftröhre besonders laute Töne hervorstoßen und verständigen sich durch eine große Vielfalt unterschiedlicher  posaunenähnlicher Klänge. Vor der Kulisse der neuen Hotels am Binnensee sind sie schon jetzt bei ihrer Gruppenbalz zu erleben. Durch immer lautere und schnellere Rufe steigern sie sich dort fast zu einer Sinfonie. Dieses zugleich schöne wie aufregende Naturkonzert ist besonders in den Nachtstunden in der Regel bis Ende Februar zu hören. Sie machen ihrem Namen alle Ehre!!

 

Angezogen werden sie bei uns jährlich durch das gute Nahrungsangebot im Flachwasser des Binnensees. Seegras und Laichkräuter wachsen hier in Hülle und Fülle und bieten eine gute Alternative zu Gräsern und Raps im Binnenland. Im „Schlepptau“ werden sie häufig von anderen Wasservögeln wie Pfeifenten oder Bläßhühnern begleitet, die von den abgefressenen und losgerissenen Pflanzenteilen profitieren.

 

Im Gegensatz zu unseren Höckerschwänen sind die Schnäbel der Singschwäne bis auf eine schwarze Spitze gelb gezeichnet (Foto), sie sind etwas kleiner und fallen beim Schwimmen durch ihre hoch gereckten Hälse auf. Die weißen Singschwäne gelten im Norden Europas als Symbol des Lichts, der Reinheit, der Reifung und Vollendung, in manchen Regionen auch als Vögel der Sehnsucht und Hoffnung.

 

Bei uns lassen sie sich jetzt jeden Tag besonders gut mit dem Fernglas auf dem Binnensee, aber auch in Ortmühle bei der Werft hören und beobachten. Mit etwas Glück halten sie sich -  wie in den vergangenen Tagen -  in der Nähe des Rehazentrums nur 10 bis 20 Meter von der Promenade entfernt auf. Viel Freude bei der Begegnung mit diesen nordischen Gästen.

 

Text und Fotos: Klaus Dürkop

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Sa

14

Jan

2017

Graswarder nach dem Sturmhochwasser

Das angesagte Sturmhochwasser am 4. Januar hat leider auch im Naturschutz-gebiet seine Spuren hinterlassen, wenn auch nur am Rande. Die größten Schäden hinterließen die Wellen am Ostzaun hinter dem Beobachtungsturm und der angrenz-enden Düne. Das eigentliche Hochwasser kletterte auf ca. 165 cm über NN,  doch der Wellenkamm übertrumpfte diese Höhe noch um etwa einen weiteren Meter. Dem daraus resultierenden Druck hielt der Zaun nicht stand und wurde bis auf wenige klägliche Reste weggespült (Foto).

 

Das Gelände um das Naturzentrum wurde naturgemäß auch überflutet. Die Flutgrenze erreichte aber nicht die Unterkannte der Holzbohlen des Blockhauses. Unsere tags zuvor durchgeführten Sicherungsmaßnahmen insbe-sondere an den gefährdeten Brutinseln waren erfolgreich. Es bleibt aber viel Arbeit, um das in den Innenbereich geströmte Treibsel (Müll, Pflanzenreste etc) wieder zu entfernen (siehe Foto). Der Graswarderweg war nach Sturmhochwasser unbefahrbar, wurde aber schon am 5. Januar mit schwerem Gerät für Rettungswagen wieder geräumt (Fotos).

 

 

Text und Fotos: Klaus Dürkop

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Mi

30

Nov

2016

Graswarder bei Nacht

Eine solche Aufnahme ist nur bei dunklem und sehr klarem Himmel fernab jeglicher Lichtverschmutzung zu machen. Das war in Heiligenhafen - wenn auch nicht perfekt- Anfang November möglich.

 

Das Bild selber ist eine Komposition von ca. 200 Aufnahmen, die jeweils bei ISO 3200 und f/2,8  20 ohne Pause belichtet wurde. Dabei sind die Sterne pro Einzelaufnahme noch Punkte.

 

Mit Hilfe einer speziellen Software kann man die Strichspuren zusammensetzen. Hierbei wird nun die Sternenhelligkeit addiert. Ansonsten wäre der Vordergrund stark überbelichtet. Die Kamera muss dazu auf einem Stativ stehen und die Belichtung erfolgt automatisch. Weitere Hinweise gibt der Bildautor Manfred Kiau. Nähere Angaben sind über den NABU Heiligenhafen zu erfahren.

 

 

Text: K. Dürkop, Foto: M. Kiau

Sa

26

Nov

2016

Vogelgrippe im Naturschutzgebiet?

Aufgeschreckt durch die täglichen Meldungen zur Vogelgrippe, haben wir mit einer kleinen Beobachtergruppe am 24.11. den Graswarder nach verendeten Wasservögeln abgesucht. Ergebnis: Kein einziger Hinweis auf tote Enten oder Gänse an der Küstenlinie und den Lagunenrändern des Naturschutzgebietes. Wollen wir hoffen, dass diese  erfreuliche Tatsache auch in der nächsten Zeit anhält!

Auffallend war an diesem Tag ein großer Flug mit ca. 700 Nonnengänsen, die eifrig  nach Gräsern des Rotschwingels suchten. Sie sind aber schon längere Zeit Gäste bei uns. Noch bleibt die Frage offen, ob sie in dieser Anzahl ähnlich wie schon im vergangenen Jahre wieder im Heiligenhafener Umfeld rasten werden.  

 

Vermeldet werden konnten darüber hinaus noch: Schneeammern, Bekassinen, einige Alpenstrandläufer, Krickenten und im Westen des Gebietes schwerpunktmäßig Pfeifenten.

 

 

Text und Fotos: Klaus Dürkop

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Mo

12

Sep

2016

11 Journalisten auf dem Graswarder

Durch Vermittlung des Tourismus-Service Heiligenhafen besuchten am Sonnabend, den 27. August, 11 Journalisten aus Deutschland ( incl. eines Fernsehteams) das Naturschutzgebiet. Der NABU begrüßte sie bei strahlendem Kaiser-wetter mit Getränken und einer Besonderheit: Pfefferkresse in Schinken-röllchen auf silbernem Tablett,  präsentiert von unserer Naturschutzwartin Mairin Lenz.

Warum aber diesen Aufwand: Die mundgerechten Schinkenröllchen sollten den Blick auf eine Gewürzpflanze lenken, die hier in und um den Graswarder in den letzten Jahren eine erstaunliche Entwicklung vollzogen hat. Bis vor wenigen Jahren wurde sie noch auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen geführt. Heute ist sie so häufig geworden, dass sie problemlos für die heimische Küche genutzt werden könnte. In der französischen Kühe heiß geliebt, fristet sie in Deutschland noch ein Schattendasein. Schon mehrfach habe ich den Versuch gemacht, sie hier Gastronomiebetrieben und ihren Köchen anzubieten, leider noch ohne den erhofften Erfolg. Vielleicht geling es uns jetzt durch die hier versammelten Journalisten einen Zugang zur hiesigen Küche zu verschaffen. Das Sprichwort: „Wat de buer ni kenn, fret he nich“, sollte in der Zukunft durchbrochen werden.

Aus diesem Grund hat Dr. Ellen Rades ein Beschreibung dieser Pflanze mit ihren Vorzügen erstellt, die wir den Journalisten mitgegeben haben.

Auf jede Fälle war die Diskussion um die noch weitgehend unbekannte Gewürzpflanze  ein guter Einstieg in das Spannungsfeld Naturschutz und Touristik in und um Heiligenhafen.

Lepidium latifolium, Kreuzblütler auch: Pfefferkraut, Breitblättrige Kresse, Senfkresse, Ausdauernde Kresse, Pepperwort , Dittander, oder Strand-Karse.
Lepidium latifolium, Kreuzblütler auch: Pfefferkraut, Breitblättrige Kresse, Senfkresse, Ausdauernde Kresse, Pepperwort , Dittander, oder Strand-Karse.

Die Pfefferkresse ist eine krautige,  ausdauernde, bei uns winterharte Pflanze. Sie wird bis zu einem Meter hoch und ist reich mit dicklichen, lederartigen Blättern besetzt. Die weißen, duftenden Blütenstande sind zahlreich und bilden ziemlich locker verzweigte Rispen. Alle Teile der Pflanze sind essbar, auch die Wurzeln und deren Ausläufer, mit denen sie oft dichte Gruppen bildet.

Die Pflanze vermag direkt an der Uferlinie der Ostsee zu wachsen, wo sonst kaum eine andere Pflanze gedeiht.  Sie ist salzliebend und kommt daher an Dünenrändern sowie auf Salzwiesen der Küste, auf Sand- oder Tonböden vor. Die Wellen oder die Eisbewegungen stören die Pflanze mit ihrem kräftigen Wurzelstock wenig.

Die Breitblättrige Kresse ist auch eine alte Salat- und Gewürzpflanze  und kann genau wie die Gartenkresse in der Küche verwendet werden. Verwendet werden auch hier vorzugsweise die jungen Blätter, ältere können auch gekocht werden. Die jungen Pflanzenteile schmecken intensiv pfeffrig scharf und kresseartig. Wenn die Pflanzen älter werden, erinnert der Geschmack ein wenig an Meerrettich.Die Kresse schmeckt sehr lecker in Salaten und Saucen, auf Brot mit Frischkäse, mit Käse, in Dips, Kräuterbutter oder Kräuterquark; auch an Pasta oder als Würze an Eintopf und Suppen.

Das scharfe Geschmackserlebnis ist aber nur von kurzer Dauer, denn anders wie bei Chili wirkt die Schärfe nicht nach.Bei Erkältung hilft es, wenn ein Blatt pur gegessen wird. Das befreit Nase und Rachen.

Ein Rezeptbeispiel:
Pesto von ausdauernder Gartenkresse
Die frischen Blätter von ausdauernder Gartenkresse mit etwas Knoblauch, Salz und Olivenöl in der Küchenmaschine mit Messer zu einer streichfähigen Masse verarbeiten, in ein Glas abfüllen und mit einer Schicht Olivenöl bedecken. Hält sich im Kühlschrank mehrere Wochen.

 

Text: Dr. Ellen Rades, Klaus Dürkop

Fotos: Klaus Dürkop

 

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Pfefferkraut
http://www.luontoportti.com/suomi/de/kukkakasvit/breitblättrige-kresse
http://www.deaflora.de/Shop/Kresse/

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Mo

22

Aug

2016

Vogelzug in vollem Gang

Millionen von Zugvögeln sind nun wieder auf dem Weg in ihre Winterquartiere. Von ihnen nutzt naturgemäß nur ein kleiner aber nicht unbedeutender Teil den Graswarder als Leitlinie. Als eine Momentaufnahme sei der 15. August genannt, an dem bei leichtem Süd-West-Winden die Küstenseeschwalben unaufhörlich in kleinen oder größeren Trupps an der Südgrenze des NSG vorbeizogen, sich aber keinen Zwischen- stopp gönnten und stets in westlicher Richtung hinter dem Ferienzentrum verschwanden.

Im Zeitraum von 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr - ohne Anspruch auf Vollständigkeit -  seien hier die folgenden Beobachtungen genannt: 9, 31, 7, 3, 13, 16, 21, 29, 51 Exemplare Brandseeschwalben flogen das NSG den ganzen Tag von Norden kommend an. Ein kleiner Teil von ihnen  machte Pause auf den Sand- und Geröllflächen im Süden des Gebietes und konnte bei  Stoßtauchen von der Veranda des Naturzentrums großartig beobachtet werden. Sie verließen das Gebiet stets in Richtung Süden.

Von der Veranda konnten darüber hinaus gezählt werden:
24 Rotschenkel, 3 Kiebitzregenpfeifer, 30 Goldregenpfeifer, 7 Pfuhlschnepfen, 51 Alpen-strandläufer, 5 Große Brachvögel, 7 Regenbrachvögel und diverse Limikolen wie Grün- schenkel und Flussuferläufer, die in der Regel für mehrere Tage auf dem Graswarder Rast machen,  3 Steinschmätzer und viele, viele Schafstelzen. Die Anzahl dieser  ziehenden Singvogelart mag an diesem Tag in die Tausenden gehen. In den Kartoffelrosen am Blockhaus frühstücken Grünlinge die reifenden Früchte.Eine imponierende Artenzahl, wenn man bedenkt, dass nur der Blick vom Naturzentrum berücksichtigt wurden.

Auf dem Graswarder dominieren ansonsten ca. 2000 Graugänse, wenige Kanadagänse und zunehmend die Sturmmöwen, die mit ihren Jungen aber kurz vor ihrem  Wegzug sind.

 

Ein Ausflug zum Naturschutzgebiet lohnt sich also. Gäste sind immer willkommen.

Text und Fotos: Klaus Dürkop

 

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So

31

Jul

2016

Sturmmöwenbilanz 2016: Es geht doch...!

Mit verhaltenen Erwartungen gingen wir im Frühjahr 2016 in die Brutsaison. Dass sie so erfolgreich verlaufen sollte, hatten wir nicht erwartet. Aber der Reihe nach: Nach-

dem wir die bekannten und auch erprobten E-Zäune errichtet hatten, wurden diese nochmals durch einen 40 Zentimeter hohen, undurchlässigen Plastikzaun ergänzt bzw. abgesichert. Die Erstellung der Zäune war äußerst zeit- und kostenaufwändig (85 ehrenamtliche Stunden und extra Kosten für die 400 Meter lange Plastikfolie). Der Zaun hat eine Länge von 400 Metern und umfasst damit etwa einen Hektar. Das ist nur eine Fläche von ca. 1/85 der Landfläche des NSG.

Wie wir  2015 durch Wärmebildkameras erfahren hatten, wurden die Gelege in der Sturmmöwenkolonie seit Jahren (auch die von Austernfischer, Reiherente und Löffelente)  flächendeckend durch Igel ausgeräumt. Wir gingen also mit der Erwartung und der Hoffnung in die neue Brutsaison, dass die Folie die Igel am Eindringen hindern würden. Vierzehn Tage ging die Rechnung auch auf. Dann war an drei Stellen die Plastikfolie durchbissen worden und  erste Gelege aus der Kolonie verschwunden. Der Schaden am Plastikzaun war zwar schnell behoben, aber die Eindringliche noch lange nicht vertrieben. Aufwändige nächtliche Kontrollen mit Scheinwerfern folgten. Die Sturmmöwenkolonie blieb zumindest in der Folgezeit von Prädatoren unbehelligt.

Nachdem im Frühjahr um den 17. März etwa 250 Paare in der Kolonie unterhalb des Naturzentrums eingeflogen waren, brüteten 221 Paare erfolgreich. Verluste an Gelegen erfolgten lediglich durch Silbermöwen und bei den Jungvögeln insbesondere durch den Seeadler. Ein wahres Schauspiel, wenn dieser von hunderten von Sturmmöwen mit Flügelschlagen, Verkotungen und einem Mordslärm verfolgt wurde. Der Erfolg der Seeadler hält sich in Grenzen und sei ihm auch gegönnt.

Soweit mir bekannt ist, hat es an der gesamten schleswig-holsteinischen Ostseeküste seit langem keinen so sichtbaren und zahlenmäßigen Erfolg bei Küstenvögeln gegeben, wie hier in der eingezäunten Sturmmöwenkolonie.

Nach vorläufigen Ergebnissen zieht  jedes Brutpaar 1,8 Jungvögel groß. Sie sind zum Großteil in diesen Tagen flügge geworden, nur noch“ Restbestände“ halten sich am Tage in der eigentlichen Kolonie auf. Zum Abend versammeln sich in und um die Kolonie,  zur  Zeit bis zu 1500 Exemplare allein an Möwen, dazu Graugänse und Enten, offensichtlich,  weil sie in diesem Umfeld nicht mit Füchsen rechnen müssen. Der Bruterfolg zeigt, dass durch das Aufstellen von E-Zäunen und Plastikfolien Prädatoren wie Füchse, Marder und Igel aus den Kolonien von Küstenvögeln herausgehalten werden können. Zu bedenken ist aber, dass die Abwehr mit Zäunen dieser Art sehr aufwändig ist und von Ehrenamtlichen in der Zukunft nicht geleistet werden kann.  Daher ist geplant, mit einem Gitterzaun großflächig das Naturschutzgebiet abzusichern.

Text und Fotos: Klaus Dürkop

 

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Mo

25

Jul

2016

Fernsehteam auf dem Graswarder

Für einen 60-minütigen Filmbeitrag zum Thema Rosen weilte in den vergangenen Tagen ein Team des öffentlich rechtlichen Fernsehens aus Japan auf dem Graswarder.  Ziel war die Dokumentation und Bewertung der hier im Küstenbereich vorkommenden Kartoffelrose. Bekanntlich hat sich diese aus Ostsasien eingewanderte Rosenart, auch Kamt- schatka Rose genannt, invasionsartig bei uns ausgebreitet; nicht gerade zur Freude von Naturschützern und Botanikern. Diese Rosenart  zählt  zu den Neophyten, die anderen Küstenpflanzen wie Strandhafer, Strandroggen, Stranddistel oder  Meerkohl den Lebensraum drastisch einengt und bereits vielerorts die Überlebenschance raubt.

Deshalb wird die Katoffelrose in großem Stil am Strand von Heiligenhafen in Zusammenarbeit mit der UNB des Kreises Ostholstein zurückgedrängt. Dies geschieht im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen. Die Maßnahme selbst liegt in der Hand der HVB, die dankenswerterweise die Rodungen übernommen hat und direkt im Anschluss die rohen Sandflächen mit Strandhafer bepflanzt.

Über die Problematik dieser Rosenart im Küstenbereich informierte Klaus Dürkop in einem längeren Interview. Das Team selber kannte bis dato diesen Aspekt noch gar nicht, denn es hatte zunächst nur die Aufgabe, über den Standort der Kartoffelrose im „rauhen Norden“ an der Ostseeküste zu berichten. In Japan kennt man diese robuste Rosenart unter dem Namen „Hamanaso“.

 

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