Aktuelle Nachrichten

26.10.2015

 

Die Story hinter dem Graswarder-Film

 

An einem Samstag im August. Strahlend blauer Himmel, unterbrochen allenfalls durch ein paar Schäfchenwolken, spiegelglatte See dank einer beinahe zärtlich-sanften Brise: Herrlich seltenes Sommerwetter über dem Ostseebad Heiligenhafen.

 

Mitten auf dem Naturschutzgebiet Graswarder, dort wo in jedem Jahr viele zigtausend Wasservögel rasten, brüten und sich genügend Kraftreserven für die spätere Winterreise anfuttern, steht zwischen Büscheln des gerade verblühten Strandflieders ein schneeweißer Karton.

 

Es ist die edle Verpackung eines Quadrokopters, allgemein besser bekannt als so genannte Drohne - ein Fluggerät mit Fotolinse, das ungefähr dem Ausmaß eines DIN-A-3-Papierbogens entspricht.

 

Der Pilot an der Fernbedienung regelt nur noch ein paar Hebel, Knöpfe, Schalter. Auf dem Display seines Laptops wird die Ausrichtung der Kamera final justiert. Die vier Rotoren setzen sich sirrend in Gang, bis sie etwa Elektrorasenmäher-Lautstärke erreicht haben. Dann hebt die Maschine ab, ganz langsam, dann immer schneller, höher, weiter – und fliegt dem Auge des Betrachters davon…

 

An jenem Samstag im August wurde die Geschichte des Graswarders topaktuell visualisiert: Erstmals liefern seitdem Bilder aus Tiefflughöhe, besser noch: aus tatsächlicher Vogelperspektive, einen atemberaubenden Gesamteindruck der besonders geschützten Amphibienlandschaft östlich der Marina und des neuen Strand Resort.

 

Erstmals ist es nunmehr möglich, mithilfe eines dreieinhalbminütigen Filmes die ganze Pracht und die Ausdehnung des Graswarders in Heiligenhafen zu genießen: „Ausflug in ein Paradies“ heißt das kunstvolle Werk, das es auch auf der Seite von www.heiligenhafen-touristik.de der Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) via YouTube im weltweiten Internet zu bestaunen gibt.

 

Mit dem Fernglas in der Hand verfolgen die drei Männer auf dem Graswarder jetzt den Flug der Drohne bis zur östlichen Spitze. Inzwischen ist sie knapp zwei Kilometer entfernt von ihrem Startplatz, es wird allmählich Zeit zur Rückkehr. Nach einem Schwenk in Richtung Fischereihafen überquert die fliegende Kamera die seichten Gewässer am Ufersaum des Naturschutzgebietes, nimmt den Mastenwald der tausend Yachten an der Marina ins Visier und dreht behutsam bei, parallel zu den bezaubernden, teilweise reetgedeckten Strandvillen.


Sinnliches Erleben kann manchmal so einfach sein.

 


                                          

 

 

„Küste im Wandel“ – ein Volltreffer

 

Großer Erfolg für ein Heiligenhafen-Buch: Innerhalb von nur sechs Monaten ist die erste Auflage des opulenten Bild-Bandes „Küste im Wandel“ über das Naturschutzgebiet Graswarder von NABU-Chef Klaus Dürkop nahezu ausverkauft!

 

Das 354 Seiten starke Werk mit über 500 brillanten Farbfotos und zwölf Kapiteln aus der Feder von zehn wissenschaftlichen Autoren hat sich vom Start weg zu einem Verkaufsrenner entwickelt.

 

Herausgeber Klaus Dürkop begeistert: „Ich hätte in meinen kühnsten Träumen kaum erwartet, dass unsere buchgewordene Exkursion über den paradiesischen Graswarder, die Steilküste und die angrenzenden Salzwiesen auf derart viele Interessenten in unserer Stadt, aber auch bei vielen hundert Feriengästen stößt.“

 

Das Buch „Küste im Wandel“, das für außergewöhnlich günstige 19.80 Euro angeboten wird, behandelt nicht allein die Entwicklungsgeschichte des Graswarders, sondern beschreibt darüber hinaus ausführlich die Pflanzenwelt der Nehrung, die Küstenvegetation, die Unterwasserwelt, die Käfer-Fauna, die Meeresschutzgebiete und nicht zuletzt den Aussichtsturm eines der berühmtesten deutschen Architekten, des Wahl-Heiligenhafeners Professor Dr. Meinhard von Gerkan.

 

Klaus Dürkop: „Abseits des touristischen Geschehens hat Heiligenhafen hier ein Alleinstellungsmerkmal, das es unbedingt für die Nachwelt zu erhalten gibt. Wir Menschen brauchen die Natur, aber die Natur braucht uns Menschen nicht. Sie entwickelt sich von ganz allein, wenn man sie nur in Ruhe lässt und mit dem gebührenden Respekt vor der Schöpfung behandelt!“

 

Der Erfolg gibt ihm Recht.                                                                  

Sa

20

Feb

2021

Austernfischer ...

 

Der Frühling ist auch auf dem Graswarder im Anmarsch. Hoffentlich kommen noch viel mehr Austernfischer. Leider werden es regelmäßig weniger ...

Photo Roland Mattern

 

Di

09

Feb

2021

Eiszeit auf dem Graswarder

... unser Naturparadies Graswarder - eisig erstarrt in voller Schönheit, ...

... aber mit seltenen Gästen aus dem hohen Norden:

Gänsesäger (Männchen und Weibchen)

 

(Bilder Klaus Dürkop)

Sa

12

Dez

2020

Rosa Rugosa

Photos Michael Vollmer

 

.......hier noch ein paar Eindrücke unserer Pressesprecherin Christiane Stephan, welche fleißig mitgeholfen hat.

 

Auch im Winter gibt’s Arbeit auf dem Graswarder:

 

Wie bereits in der HP berichtet, trafen sich am vergangenen Sonnabend einige Mitglieder des NABU bei recht ungemütlichem Wetter, um auf dem Graswarder Kartoffelrosen zu roden, die sich an einigen Stellen wieder großflächig ausgebreitet hatten. Dabei leistete Herr Joachim Knorr mit seinem Minibagger unverzichtbare Hilfe, denn die Rose ist mit ihren meterlangen Ausläufern nicht einfach per Hand und Spaten herauszuziehen.

 

Warum muss dies überhaupt geschehen? Die Kartoffelrose, auch bekannt unter dem lateinischen Namen Rosa Rugosa, ist eine stark wuchernde nicht einheimische Pflanze, die die einheimische Dünenvegetation, wie Strandhafer, Strandroggen, Meerkohl und Stranddiestel verdrängt, wenn man nicht gegen sie vorgeht.  Deshalb müssen regelmäßige Rodungsaktionen im Naturschutzgebiet stattfinden. Hanna Detlef, Michael Vollmer, Nico Müller, Monika Ludwig, Gert Hellwig und Christiane Stephan entfernten zusammen mit Herrn Knorr ca. 500 Pflanzen, die im Laufe der Woche vom Landwirt Herrn Höppner unentgeldlich abgefahren werden. Michael Vollmer dankte Herrn Knorr für sein Umweltengagement, der seinen Minibagger und  seine Arbeitskraft ehrenamtlich zur Verfügung stellte.

 

So

22

Nov

2020

Der Schatz unter dem Regenbogen

 

Photo Manfred Kiau (vom heutigen Morgen)

... unsere Station ist eben ein Schatz unter den Regenbögen.

Sa

14

Nov

2020

Schneeammern

Schneeammer im Sommerkleid Photo Manfred Kiau

Im Rahmen der internationalen Vogelzählung hier selten beobachtet, zogen 40- 50 Schneeammern auf dem Graswarder durch. Diese Zählungen finden in der dunklen Jahreszeit monatlich statt.

So

08

Nov

2020

Eisvögel

Mit diesem faszinierenden Eisvogel- Photo von Manfred Kiau möchten wir Euch einen schönen, gesunden Winter wünschen.

 

Termine, wann die Saison mit Führungen auf dem Graswarder wieder losgeht, werden hier rechtzeitig bekannt gegeben.

Sa

31

Okt

2020

Krokusse, Krokusse, Krokusse

Kurz vor dem Lockdown haben wir noch 500 botanische Krokusse am Binnensee gesetzt.

Vielen Dank an die Stadtverwaltung, für die schnelle, unbürokratische Zusage zu unserem Projekt

Sa

31

Okt

2020

Winterfestmachen

Geschäftiges Treiben an der Nabu- Station.

Alles ist jetzt winterfein und im Frühling sehen wir uns (hoffentlich) gesund zu den täglichen Führungen.

Photos Klaus Dürkop und Manfred Kiau

So

25

Okt

2020

... weitere schwalbenfreundliche Häuser ...

..und wieder konnten wir Häuser mit unserer Plakette auszeichnen.

2 glückliche Häuser mehr, in denen Schwalben willkommen sind.

Do

08

Okt

2020

Stellungnahme des Kreisnaturschutzbeauftragten Bernd Koop zur Bebauung Steinwarder

B-Plan Stadt Heiligenhafen, Nr. 95, Steinwarder

Hinweise aus naturfachlicher Sicht

Dipl. Biol. Bernd Koop

 

Allgemeine Bemerkung: Eine umfassende Stellungnahme zum Planwerk ist nicht möglich, wenn die Ergebnisse einer aktuellen Brutvogelkartierung oder einer Artenschurzrechtlichen Prüfung nicht vorliegen.

Für diese hier verfasste Stellungnahme wurde am 29.07.2020 eine Ortsbegehung durchgeführt. Die hier verfassten Anmerkungen sind daher nicht vollständig.

 

Ergebnis: Der Wald beherbergt eine aus Vogelschutzsicht herausragende Zusammensetzung sowohl hinsichtlich der Pflanzenarten als auch der Strukturen.

 

Die Mischung aus Lichtgehölzen (Eschen, Weiden), Beerensträuchern (Holunder, Sanddorn) und Röhricht und Wasser, verbunden mit einem reich strukturierten Aufbau unterschiedlichster Wuchshöhe ist in Ostholstein in unmittelbarer Küstennähe selten bzw. nur sehr kleinräumig vorhanden.

 

Aus Südschweden (Falsterbo, Ausgangspunkt der international bedeutsamen Vogelzugroute „Vogelfluglinie“, auf der auch Heiligenhafen liegt) ist mir bekannt, das solche Gehölze eine herausragende Funktion als Rast- und Nahrungsgebiet für ziehende Singvögel, insbesondere Insektenfresser und Beerenverzehrer haben. Nur beim Vorhandensein solcher Strukturen und Gehölze ist ein sehr reiches Nahrungsangebot in Form von Insekten und/oder Beeren vorhanden.

 

Die meisten insektivoren oder fruktivoren Singvögel ziehen nachts und suchen morgens in Küstennähe geeignete Wälder zur Rast und Nahrungssuche auf. Unter den in Mitteleuropa häufigen SW-Wetterlagen ziehen die Vögel niedrig gegen den Wind und nutzen solche küstennahen Rastgebiete in großer Zahl, Stetigkeit und Dichte.

 

Diese Funktion macht den besonderen Wert des Wäldchens aus. Diese Funktion ist nicht durch eine Brutbestandserfassung zu ersetzen, denn die Fragestellung ist nicht vergleichbar, die Funktionen völlig verschieden.

 

Zu erwarten sind hohe Anzahlen folgender Arten:

 

Zaunkönig Troglodytes troglodytes

Rotkehlchen Erithracus rubecula

Braunkehlchen Saxicola rubetra

Blaukehlchen Luscinia svecica

Gartenrotschwanz Phoenicurus phoenicurus

Trauerschnäpper Ficedula hypoleuca

Grauschnäpper Muscicapa striata

Drosseln Turdus spec.

Laubsänger Phylloscopus spec.

Gelbspötter Hippolais icterina

Rohrsänger Acrocephalus spec.

Grasmücken Sylvia spec.

Goldhähnchen Regulus spec..

 

Unter diesen Arten sind zwar nicht zwangsläufig seltene, wohl aber handelt es sich um besonders geschützte Vogelarten.

 

Am Tage der Ortsbegehung mit starkem Wind (W5-6) und Schauern war zu beobachten,

dass bis zu 300 Rauch- und  Uferschwalben hier Nahrung suchten: Die vorhandenen Gehölze unterschiedlicher Wuchshöhe boten kleinräumig windgeschützte Bereiche, in denen Insektenjagd stattfinden konnte. Zeitgleich waren im bebauten Bereich Richtung Graswarder fast keine Schwalben zu beobachten, denn dieser Bereich bot keine Nahrung (bebauter Bereich) oder kaum Windschutz (Graswarder). Im Laufe der Beobachtungszeit erschienen laufend neue Schwalbentrupps, einige Vögel zogen langsam weiter. Damit hat bereits diese eine Begehung den strukturell-funktionellen allgemeinen Naturschutzwert der Fläche verdeutlicht.

 

§ 44, Abs. 1 BNatschG verbietet die Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten der wildlebenden Tiere der besonders geschützten Arten, explizit sie zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.

 

Eine Waldumwandlung kommt einer Zerstörung gleich, auch wenn einer Ersatzmaßnahme im Verhältnis 1:2 vorgesehen bzw. von der Forstbehörde vorgeschrieben ist. Begründung: Bis eine neue, funktionell vergleichbare Struktur vorhanden ist, vergehen ca. 20-30 Jahre. Eine Neuaufforstung ist damit kein Ersatz oder Ausgleich der zerstörten Strukturen, zumal im Umfeld vergleichbare Gehölze kaum vorhanden sind bzw. die wenigen Strukturen/Gehölze, die auf diesem international bedeutsamen Zugweg noch vorhanden sind, werden bereits mutmaßlich bis an die Kapazitätsgrenze genutzt. Auf Fehmarn gibt es z.B. entlang der Nord- und Westküste überwiegend nahrungsarme Sitkafichtenbestände mit wenig Holunder/Weißdorn. Daher sind Rastbestände insektivorer oder fruktivorer Singvögel (insbesondere Grasmücken, Laubsänger, Rotschwänze, Fliegenschnäpper) auf Fehmarn zumeist gering oder Ansammlungen halten sich nur sehr kurzzeitig auf.

 

Im Raum Großenbrode mit seiner ausgeräumten Agrarlandschaft finden sich noch weniger geeignete Strukturen.

 

Eine Beseitigung des Waldstücks stellt somit eine erhebliche Verschlechterung der örtlichen Lebensraumausstattung dar. Ein funktioneller Ausgleich ist nicht oder nur über einen langen Zeitraum möglich, daher lehnt der NABU das Vorhaben an dieser Stelle ab.

 

Begründung: Die von der Forstbehörde in Aussicht gestellte Erlaubnis zur Umwandlung erfolgte rein nach numerischen Kriterien, der flächenbezogenen Bilanzierung, berücksichtigt aber nicht die funktionale Bedeutung des Gehölzes.

 

Es ist zu bedenken, dass entgegen der potentiell natürlichen Vegetation, die an der Ostseeküste Dünenwälder und auf Mineralboden (windbedingt) lückigen lichten Wald erwarten lässt, fast ausschließlich Bebauung oder Ackerland an die Küste grenzen. Großflächig fehlen daher – insbesondere auf der Halbinsel Wagrien – küstennahe Wälder. Somit ist großflächig die Funktion als Rast-/Ruhestätte für ziehende Singvögel nicht mehr oder nur in kleine Resten vorhanden.

 

Eine solche Rastvogelerfassung ist in hinreichender Erfassungstiefe  (mind. in 2 tägigem Abstand oder täglich im Zeitraum 24.08.-10.09. und 24.09. bis 15.010) nachzuholen.

 

Begründung: Starke Zugtage sind nicht vorhersehbar. Längere Abstände zwischen 2 Tagen können dazu führen, dass starke Zugtage mit entsprechendem Rastvorkommen übersehen werden.

 

Brutbestände: Solange die aktuelle Brutbestandserfassung nicht vorliegt, müssen Bestandsdaten der zurückliegenden Jahre zugrunde gelegt werden. Der Raum Heiligenhafen gehörte bis vor wenigen Jahren zu den regelmäßig besiedelten Gebieten für den Karmingimpel Carpodacus erythrinus und  den Sprosser Luscinia luscinia. Aktuelle Vorkommen beider Arten sind nicht bekannt, was aber v.a. aufgrund einer nicht hinreichenden Beobachtungsintensität nicht gesichert ist (s. Berndt et al. 2003, Koop & Berndt 2014, Vogelwelt Schleswig-Holsteins, Bd. 5 und Bd. 7).

 

Mit dem Bau der Hinterlandanbindung der Fehmarnbeltquerung wird das größte zusammenhängende Brutgebiet des Karmingimpels von der Sundbrückenrampe bis Großenbrode, 12-16 Bp. allj. bei einem Gesamtbestand von ca. 40 Bp. in Schleswig-Holstein großenteils durch Flächeninanspruchnahme zerstört. Dann bekommen die Gehölze in/um Heiligenhafen eine neue Funktion. Mit der Beseitigung des Wäldchens im B-Plangebiet Nr. 95 wird damit das regionale Aussterben des Karmingimpels beschleunigt bzw. verstärkt.

 

Diese Eingriffssummation ist offenbar nicht berücksichtigt.

 

Forderung des NABU, falls ein Verzicht auf das Bauvorhaben nicht infrage kommt: Vor Verwirklichung des Bauvorhabens muss daher zunächst der funktionale Ausgleich für die Waldumwandlung in Küstennähe erfolgen. Der notwendige Vorlauf umfasst naturfachlich betrachtet mindestens 10-15 Jahre, nämlich solange, bis sich der Strukturreichtum und das Nahrungsangebot entwickeln, den das jetzige Gehölz aufweist.


Weitere Aspekte:

Aus Gründen des Hochwasserschutzes sollen ab 2021 Abstände zur Küste von 150 m eingehalten werden. Lediglich eine Übergangsregelung des § 65 LNatschG erlaubt einen Abstand von nur 100 m bis zum 22.06.2021.

 

Diese Regelung lädt geradezu ein zu einer rechtlichen „Trickserei“: Da das Bauvorhaben nicht vor diesem Termin realisiert wird/werden kann, darf diese Übergangsregelung keine Anwendung finden, sondern es ist der zukünftig ab 23.06.2021 gültige Mindestabstand von 150 m einzuhalten.

Machen Sie uns stark

Spenden