Aktuelle Nachrichten

26.10.2015

 

Die Story hinter dem Graswarder-Film

 

An einem Samstag im August. Strahlend blauer Himmel, unterbrochen allenfalls durch ein paar Schäfchenwolken, spiegelglatte See dank einer beinahe zärtlich-sanften Brise: Herrlich seltenes Sommerwetter über dem Ostseebad Heiligenhafen.

 

Mitten auf dem Naturschutzgebiet Graswarder, dort wo in jedem Jahr viele zigtausend Wasservögel rasten, brüten und sich genügend Kraftreserven für die spätere Winterreise anfuttern, steht zwischen Büscheln des gerade verblühten Strandflieders ein schneeweißer Karton.

 

Es ist die edle Verpackung eines Quadrokopters, allgemein besser bekannt als so genannte Drohne - ein Fluggerät mit Fotolinse, das ungefähr dem Ausmaß eines DIN-A-3-Papierbogens entspricht.

 

Der Pilot an der Fernbedienung regelt nur noch ein paar Hebel, Knöpfe, Schalter. Auf dem Display seines Laptops wird die Ausrichtung der Kamera final justiert. Die vier Rotoren setzen sich sirrend in Gang, bis sie etwa Elektrorasenmäher-Lautstärke erreicht haben. Dann hebt die Maschine ab, ganz langsam, dann immer schneller, höher, weiter – und fliegt dem Auge des Betrachters davon…

 

An jenem Samstag im August wurde die Geschichte des Graswarders topaktuell visualisiert: Erstmals liefern seitdem Bilder aus Tiefflughöhe, besser noch: aus tatsächlicher Vogelperspektive, einen atemberaubenden Gesamteindruck der besonders geschützten Amphibienlandschaft östlich der Marina und des neuen Strand Resort.

 

Erstmals ist es nunmehr möglich, mithilfe eines dreieinhalbminütigen Filmes die ganze Pracht und die Ausdehnung des Graswarders in Heiligenhafen zu genießen: „Ausflug in ein Paradies“ heißt das kunstvolle Werk, das es auch auf der Seite von www.heiligenhafen-touristik.de der Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) via YouTube im weltweiten Internet zu bestaunen gibt.

 

Mit dem Fernglas in der Hand verfolgen die drei Männer auf dem Graswarder jetzt den Flug der Drohne bis zur östlichen Spitze. Inzwischen ist sie knapp zwei Kilometer entfernt von ihrem Startplatz, es wird allmählich Zeit zur Rückkehr. Nach einem Schwenk in Richtung Fischereihafen überquert die fliegende Kamera die seichten Gewässer am Ufersaum des Naturschutzgebietes, nimmt den Mastenwald der tausend Yachten an der Marina ins Visier und dreht behutsam bei, parallel zu den bezaubernden, teilweise reetgedeckten Strandvillen.


Sinnliches Erleben kann manchmal so einfach sein.

 


                                          

 

 

„Küste im Wandel“ – ein Volltreffer

 

Großer Erfolg für ein Heiligenhafen-Buch: Innerhalb von nur sechs Monaten ist die erste Auflage des opulenten Bild-Bandes „Küste im Wandel“ über das Naturschutzgebiet Graswarder von NABU-Chef Klaus Dürkop nahezu ausverkauft!

 

Das 354 Seiten starke Werk mit über 500 brillanten Farbfotos und zwölf Kapiteln aus der Feder von zehn wissenschaftlichen Autoren hat sich vom Start weg zu einem Verkaufsrenner entwickelt.

 

Herausgeber Klaus Dürkop begeistert: „Ich hätte in meinen kühnsten Träumen kaum erwartet, dass unsere buchgewordene Exkursion über den paradiesischen Graswarder, die Steilküste und die angrenzenden Salzwiesen auf derart viele Interessenten in unserer Stadt, aber auch bei vielen hundert Feriengästen stößt.“

 

Das Buch „Küste im Wandel“, das für außergewöhnlich günstige 19.80 Euro angeboten wird, behandelt nicht allein die Entwicklungsgeschichte des Graswarders, sondern beschreibt darüber hinaus ausführlich die Pflanzenwelt der Nehrung, die Küstenvegetation, die Unterwasserwelt, die Käfer-Fauna, die Meeresschutzgebiete und nicht zuletzt den Aussichtsturm eines der berühmtesten deutschen Architekten, des Wahl-Heiligenhafeners Professor Dr. Meinhard von Gerkan.

 

Klaus Dürkop: „Abseits des touristischen Geschehens hat Heiligenhafen hier ein Alleinstellungsmerkmal, das es unbedingt für die Nachwelt zu erhalten gibt. Wir Menschen brauchen die Natur, aber die Natur braucht uns Menschen nicht. Sie entwickelt sich von ganz allein, wenn man sie nur in Ruhe lässt und mit dem gebührenden Respekt vor der Schöpfung behandelt!“

 

Der Erfolg gibt ihm Recht.                                                                  

Mo

09

Okt

2017

Nahrungstisch für Reiher

Starke südwestliche Winde hatten das Wasser um das Naturschutzgebiet Graswarder hinaus getrieben und für ein überraschendes Schauspiel in den Wind-watten zwischen Strandresort und Schutz-gebiet gesorgt. In den verbliebenen mit Wasser und Algen gefüllten Senken war kurzfristig ein überreiches  Nahrungs-angebot mit Fischen und Krabben aller Art entstanden. Gefangen wie in einem abgelassenen Fischteich hatten Stichlinge, kleine Heringe und Plattfische keine Chance mehr,  die offene Ostsee zu erreichen. Dieser Umstand hatte sich wohl unter Graureihern und auch einem Silberreiher wie ein Lauffeuer „herumgesprochen“ (siehe Fotos). Ab 14.00 Uhr flogen im Minutentakt immer mehr dieser bis zu 98 cm großen Schreitvögel ein.  Obwohl in den letzten Tagen schon vermehrt Graureiher als Zugvögel das NSG aufsuchten, kam die Anzahl doch überraschend. Denn plötzlich konnten aufmerksame Beobachter vom Graswarderweg aus 62 dieser Großvögel bei der Nahrungssuche erleben. Ein Ereignis besonderer Art, das bisher noch nie in diesem Ausmaß am Graswarder beobachtet werden konnte und nur dem reichgedeckter Nahrungstisch zu verdanken war. Der Hunger war auf Grund des optimalen Nahrungsangebots auch sehr schnell gestillt, denn schon bald standen die Reiher gelangweilt auf den Wattflächen. Hätten sie gewusst, dass diese Nahrungsquelle schon bald verschwinden würde, hätten sie sich vielleicht einen „Vorrat“ verschafft. Ich weiß, das klingt sehr menschlich. Dennoch: Am gleichen Abend strömte das Ostseewasser zurück und beendete damit auch den Auftritt dieser Großvögel und einen schönen Anblick.

 

Leider werden in Schleswig-Holstein durch Einzelerlaubnisse der Unteren Jagdbehörde immer noch zwischen 100-200 Graureiher zum Abschuss freigegeben, was der NABU stark kritisiert. Beim Bestand ist in SH ein 60 prozentiger Rückgang eingetreten.

 

 

Text und Fotos: Klaus Dürkop, Manfred Kiau

Fr

18

Aug

2017

Delegation der „Grünen“ auf dem Graswarder

Vier Bundes- und Europapolitiker der „Grünen“ machten am 14. August erstmalig Station auf dem Graswarder, um sich über den Naturschutz an der Ostsee zu informieren,  Reinhard Bütikofer, Luise Amsberg, Konstantin von Notz und der Bundestagskandidat Jakob Brunken. Sie wurden von weiteren Mitgliedern aus ihrer Partei begleitet.

 

In einem einleitenden Vortrag in Form von Film- und Power-Point-Präsentationen stellte der Referent Klaus Dürkop das Naturschutzgebiet schwerpunktmäßig mit seiner Vogelwelt und den Problemfeldern vor. Für zusätzliche Fragen stand die 2. Vorsitzende der NABU-Gruppe Heiligenhafen zur Verfügung.

 

Im Vordergrund der anschließenden Diskussion standen der Arten- und Individuenrückgang bei den Küstenvögeln, insbesondere durch Prädatoren wie Fuchs, Marder, Igel etc. Gegenstand der Erörterung war insbesondere der geplante Gitterstabzaun, der in Heiligenhafen von den Stadtvertretern rundweg abgelehnt wird. Die angereisten Politiker zeigten großes Interesse an dem Problem und sagten Unterstützung zu.

 

Text und Fotos:

 

Klaus Dürkop

Fr

04

Aug

2017

Oben hui, unten pfui

So ähnlich könnte man den Bruterfolg auf dem Graswarder bezeichnen. Im Umfeld der einen Hektar großen eingezäunten Fläche mit der Sturmmöwenkolonie blieben in diesem Jahr zählbare Brutergebnisse bei den Küstenvögeln nahezu gänzlich aus. Die Mittelsäger zogen mit 1 Paar und 6 Jungen ziemlich verlassen ihre Kreise, 1 Paar Stockenten versuchten ihr Glück und 3 Paare der Graugänse schafften es, Ihre Gössel flugfähig zu machen, 1 Paar der Höckerschwäne führen zur Zeit noch 2 Junge. Bei den Sandregenpfeifern kam anfangs mit 12 Brutpaaren noch gute Hoffnung auf, flügge Junge konnten aber nicht registriert werden.

 

Null Ergebnisse gab es bei den Seeschwalben, den Säbelschnäblern, den Austernfischern.

 

Mehr als frustrierend, wenn man den Widerständen vor Ort hilflos gegenüber steht. Von einem Vogelparadies der siebziger Jahre sind wir heute meilenweit entfernt. Im Gegensatz dazu tobte in dem E-Zaun gesicherten Areal das Leben. Hier faszinierten die Sturmmöwen im Schnitt mit annähernd 1,8 Jungen pro Paar. Bei insgesamt ca. 220 Brutpaaren wurden so fast 400 Küken flügge. Die Hauptnahrung bestand bei den Sturmmöwen aus Regenwürmern (siehe Foto).

 

Reiherente und Schnatterente hatten Anfangserfolge, wurden aber später nach dem Verlassen der Kolonie nicht mehr angetroffen.

 

Verluste durch Füchse, Marder und Igel konnten nicht festgestellt werden. Der nur etwa 1,10 Meter hohe, unter Strom stehende Knüpfdraht, wurde erstaunlicher Weise vom Fuchs nicht übersprungen. Ein Hindernisgrund mag möglicherweise der in einem Meter davor aufgebaute engmaschige Kükendraht  sein. Ob die elektrisch aufgeladenen Felder um die Zäune herum darüber hinaus auch noch eine Rolle spielen, sollte einmal untersucht werden. Der NABU ist dabei aber überfordert.

 

Verluste bei der Aufzucht traten lediglich durch Silbermöwen auf. Insgesamt haben sich der Einbau und die tägliche Kontrolle der Zäune mehr als gelohnt. Besonderer Dank gilt den ehrenamtlichen Mitstreitern. Eingriffe in die Natur haben in der Regel aber nicht selten auch ungewollte Folgen. Dazu zählt hier der hohe Aufwuchs durch Melden, Kamille und Ackerkratzdistel. Daher wurde das eingezäunte Areal zum frühestmöglichen Zeitpunkt wieder für die Rinder geöffnet. Sie stürzten sich mit Heißhunger auf die Melde und die Kamille. Bei der Beseitigung der Disteln ist leider Handarbeit angesagt. Die Zaungeflechte wurden eingerollt und ins Winterlager gebracht – aufwendig und mühsam.

 

Text und Fotos: Klaus Dürkop

Mo

10

Jul

2017

Wehrhafte Sturmmöwenkolonie

Wie erfolgreich die Sicherung einer Küstenvogelkolonie vor Prädatoren sein kann, zeigte der NABU im NSG Graswarder / Heiligenhafen. Auf einer Restfläche von knapp einem Hektar des ca. 230 Hektar großen Naturschutzgebietes brüteten neben Löffelente, Schnatterente und Austernfischer und Höckerschwan etwa 220 Sturmmöwenpaare in der Kolonie südlich des Naturzentrums.

 

Nach bisherigen Erkenntnissen zeichnet sich ein außerordentlich erfreuliches Ergebnis ab. Anfängliche Kälteeinbrüche verspäteten zwar um einige Tage den Brutbeginn, doch jetzt scheinen die Verzögerungen vergessen zu sein.

 

Die ersten Sturmmöwen waren am 4. Juni flügge.  Einbußen gab es zwar durch ein Silbermöwenpaar, das mit seiner cleveren Doppelstrategie immer mal Erfolg hatte. Während der eine bei seinen Angriffen größere Mengen an Sturmmöwen in der Luft auf sich zog, packte sich der Partner am Boden unbewachte Küken. Auch die Jungtiere der Silbermöwe mussten versorgt werden (siehe Foto). Die Verluste hielten sich aber in Grenzen. Selten überwanden Rabenkrähen den Verteidigungsschirm der Sturmmöwen. Solange die Brutkolonie groß genug war und ist, wehren sie sich mit Schnabel-und Flügelattacken und verhinderten damit das Eindringen in die eigentliche Brutzone.

 

Voraussetzung für den Erfolg waren letztlich wieder die E-Zäune und die Plastikfolien, die das Areal lückenlos gegen Igel, Marder und Füchse abgrenzen (siehe Fotos). Eine weitere Voraussetzung war darüber hinaus die tägliche Überprüfung der Zäune auf ihre Leitfähigkeit. Ein Stromausfall hätte bittere Folgen haben können. Sollen Maßnahmen am Ende von Erfolg gekrönt sein, bedarf es daher stets umfangreicher personeller Aufwendungen. Wir sind froh darüber, zwei  excellente Mitarbeiter für diese Aufgabe gefunden zu haben.

 

Übergriffe in Form von Zerstörungen der E-Zäune durch menschliche Zweibeiner konnten durch die weithin sichtbaren Wärmebildkameras verhindert werden. Sie decken den gesamten Raum um die Kolonie ab und machen Meldung, wenn ungebetene Gäste sich der Kolonie nähern.

 

Diese ersten Maßnahmen sollen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass bislang nur ca. 1% der Gesamtfläche des NSG von der Einzäunung profitiert. Auf allen anderen Flächen gehen der Eierklau, die Tötung von Jungvögeln etc. durch Prädatoren ungehindert weiter mit der Konsequenz, dass ansonsten überhaupt keine Jungvögel mehr flugfähig werden. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von etwa 5-6 Jahren ist demnach abzusehen, wann die Küstenvogelkolonien auf dem Graswarder verwaist sein werden. Eine Ausnahme bildeten in diesem Jahr nur Graugänse. Bei ihnen gab es immerhin bei fünf Familien Jungtiere.

 

Die Negativbilanz war bereits im Frühjahr erkennbar, denn in diesem Jahr flogen allein bei den Säbelschnäblern wie auch bei den Küstenseeschwalben nur noch jeweils ein Paar überhaupt im NSG ein, Zwergseeschwalben und Flussseeschwalben blieben ganz aus. Bei den Austernfischern sank die Zahl der Brutvögel auf weniger als 50% des letztjährigen Bestandes ab. Die Gelege bzw. Jungvögel bei den Entenvögeln wie Brandenten, Schnatterenten, Löffelenten, Reiherenten oder Stockenten wurden bisher allesamt Beute von Füchsen und Mardern. Da auch der Marderhund im Gebiet aufgetaucht ist, muss seitens auch dieses Raubsäugers mit Verlusten gerechnet werden.

 

Wenn diese Entwicklung so weitergeht, müssen wir damit rechnen, den Bestand an Küstenvögeln gänzlich zu verlieren. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass der vorgesehene Schutz mit einem Zaun verwirklicht wird. Dazu ist eine großflächige Umzäunung mit einem Gitterzaun geplant, der vom Ministerium für Energie, Landwirtschaft und Umwelt  favorisiert wird.
 

Werden hiesige Politiker auf den dramatischen Rückgang bei der Brutvogelwelt angesprochen, bekommt man schon mal zur Antwort: „Na und, wozu brauchen wir denn Vögel“. Wertschätzung des Naturschutzes sieht anders aus! Für eine Reihe von örtlichen Entscheidungsträgern ist das Naturschutzgebiet offensichtlich nur eine willkommene Dekoration bei Werbemaßnahmen für den Tourismus.
 

Wer in diesen Tagen noch einmal quicklebendige Küken der Sturmmöwen erleben möchte, sollte ganz schnell an einer naturkundlichen Führung teilnehmen, vielleicht zum letzten Mal.

 

Text und Fotos: Klaus Dürkop

Fr

21

Apr

2017

Ein außergewöhnlicher Durchzügler

Gleich sechs Steinschmätzer machten am 16. April  nach Aussage unseres Natur-schutzwartes Manfred Kiau Station auf dem Graswarder. Nah genug für unseren Fotografen, um einige großartige Fotos zu machen. Sie waren Anlass genug, um einmal nach den Überwinterungs- und Brutgebieten dieses nur 25 Gramm leichten Singvogels zu suchen. Staunens-wert, was dabei herauskam. Der kleine Vogel schafft den längsten Vogelzug unter den Singvögeln, ein wahrer Weltmeister.  Im Verhältnis zu seiner geringen Größe legt er die größte Distanz zurück, die jemals bei Vögeln beobachtet wurde.

 

Dank des technischen Fortschritts konnten vor kurzem Ornithologen herausfinden, dass die Steinschmätzer südlich der Sahara (Sudan, Uganda, Kenia) überwintern und jetzt im Frühjahr wieder auf dem Rückflug zu ihren Brutplätzen nach Kanada und Alaska sind, mit Zwischenstation auf dem Graswarder. Es ließ sich nachweisen, dass die Steinschmätzer an einzelnen Tagen bis zu 850 Kilometer zurücklegen, sogar 3500 Kilometer über den Nordatlantik fliegen, dabei Grönland streifen und es bei ihren Pendeltouren insgesamt auf ca. 30.000 Kilometer im Jahr bringen können. Meist fliegen sie allein oder in losen Schwärmen, nicht aber in geordneten Formationen, wie wir es von Gänsen oder Kranichen kennen. Auf dem Graswarder kann man sie bei ihrer Nahrungssuche im April und Mai beobachten.

 

 

Text: Klaus Dürkop, Fotos: Manfred Kiau, Klaus Dürkop

0 Kommentare

Sa

04

Mär

2017

Die ersten Sturmmöwen sind aus ihren Überwinterungsgebieten zurück

Das hat es noch nie gegeben, denn bisher kehrten unsere Sturmmöwen in der Regel um den 17. März aus ihren Winterquartieren vom englischen Kanal zurück. Bei besonderen Witterungs-bedingungen konnte ausnahmsweise auch schon mal um den 10. März der Charaktervogel des Graswarders beob-achtet werden, was wohl dem Klimawandel zuzurechnen ist. In diesem Jahr haben es des „Börgermester sien Höhner“ aber dennoch besonders eilig und verblüffen die Ornithologen in Heiligenhafen.

 

 

Mit lautem Geschrei haben nämlich die ersten Sturmmöwenpaare ihr Quartier in der Siedlung am Röschkamp bezogen. Eine Erklärung für dieses Verhalten ergibt sich möglicherweise aus der Großwetterlage. Danach sollen morgen die Temperaturen über eine südliche Windströmung auf über 13 Grad ansteigen. Diese Wärmefront scheinen die Sturmmöwen offensichtlich erkannt zu haben und die Rückkehr beschleunigt angetreten zu haben. Ich denke aber, dass diese ersten Paare nur eine Vorhut sind und der Rest wie immer um den 17. März  Quartier auf dem Graswarder bezieht.

 

Text & Foto: Klaus Dürkop

Sa

28

Jan

2017

Nordische Vögel des Glücks

...sammeln sich jetzt wieder vermehrt in der Eichholzniederung, auf dem Binnensee und auf der Orther Reede. Gemeint sind Singschwäne, die als Zugvögel bereits eine lange Reise von mindestens 1600 Kilometern von ihren Brutgebieten in Nordeuropa oder sogar aus Sibirien hinter sich haben. Im Vergleich zum letzten Winter ist ihre Zahl aber noch sehr überschaubar. Zur Zeit verweilen etwa etwa 50 Individuen an ihren Rastplätzen um Heiligenhafen.

 

Ähnlich geringe Bestände werden auch bei den anderen Wasservögeln (Reiherenten, Tafelenten, Schellenten, Bergenten, Eiderenten u.a.m.) registriert. Sie lassen darauf schließen, dass die gefiederten Gäste auf Grund der außergewöhnlich milden Witterung (geringe Vereisung) noch auf offener See, in dänischen Gewässern oder im Fall der Singschwäne gern auch im Binnenland auf Rapsfeldern verweilen. Warum die Singschwäne dennoch schon heute unsere besondere Aufmerksamkeit genießen, liegt an einigen Besonderheiten. Insbesondere unterscheiden sich diese Großvögel von vielen anderen Wasservögeln durch ihre konzertreifen Auftritte.

 

Singschwäne können durch spezielle Windungen in der Luftröhre besonders laute Töne hervorstoßen und verständigen sich durch eine große Vielfalt unterschiedlicher  posaunenähnlicher Klänge. Vor der Kulisse der neuen Hotels am Binnensee sind sie schon jetzt bei ihrer Gruppenbalz zu erleben. Durch immer lautere und schnellere Rufe steigern sie sich dort fast zu einer Sinfonie. Dieses zugleich schöne wie aufregende Naturkonzert ist besonders in den Nachtstunden in der Regel bis Ende Februar zu hören. Sie machen ihrem Namen alle Ehre!!

 

Angezogen werden sie bei uns jährlich durch das gute Nahrungsangebot im Flachwasser des Binnensees. Seegras und Laichkräuter wachsen hier in Hülle und Fülle und bieten eine gute Alternative zu Gräsern und Raps im Binnenland. Im „Schlepptau“ werden sie häufig von anderen Wasservögeln wie Pfeifenten oder Bläßhühnern begleitet, die von den abgefressenen und losgerissenen Pflanzenteilen profitieren.

 

Im Gegensatz zu unseren Höckerschwänen sind die Schnäbel der Singschwäne bis auf eine schwarze Spitze gelb gezeichnet (Foto), sie sind etwas kleiner und fallen beim Schwimmen durch ihre hoch gereckten Hälse auf. Die weißen Singschwäne gelten im Norden Europas als Symbol des Lichts, der Reinheit, der Reifung und Vollendung, in manchen Regionen auch als Vögel der Sehnsucht und Hoffnung.

 

Bei uns lassen sie sich jetzt jeden Tag besonders gut mit dem Fernglas auf dem Binnensee, aber auch in Ortmühle bei der Werft hören und beobachten. Mit etwas Glück halten sie sich -  wie in den vergangenen Tagen -  in der Nähe des Rehazentrums nur 10 bis 20 Meter von der Promenade entfernt auf. Viel Freude bei der Begegnung mit diesen nordischen Gästen.

 

Text und Fotos: Klaus Dürkop

0 Kommentare

Sa

14

Jan

2017

Graswarder nach dem Sturmhochwasser

Das angesagte Sturmhochwasser am 4. Januar hat leider auch im Naturschutz-gebiet seine Spuren hinterlassen, wenn auch nur am Rande. Die größten Schäden hinterließen die Wellen am Ostzaun hinter dem Beobachtungsturm und der angrenz-enden Düne. Das eigentliche Hochwasser kletterte auf ca. 165 cm über NN,  doch der Wellenkamm übertrumpfte diese Höhe noch um etwa einen weiteren Meter. Dem daraus resultierenden Druck hielt der Zaun nicht stand und wurde bis auf wenige klägliche Reste weggespült (Foto).

 

Das Gelände um das Naturzentrum wurde naturgemäß auch überflutet. Die Flutgrenze erreichte aber nicht die Unterkannte der Holzbohlen des Blockhauses. Unsere tags zuvor durchgeführten Sicherungsmaßnahmen insbe-sondere an den gefährdeten Brutinseln waren erfolgreich. Es bleibt aber viel Arbeit, um das in den Innenbereich geströmte Treibsel (Müll, Pflanzenreste etc) wieder zu entfernen (siehe Foto). Der Graswarderweg war nach Sturmhochwasser unbefahrbar, wurde aber schon am 5. Januar mit schwerem Gerät für Rettungswagen wieder geräumt (Fotos).

 

 

Text und Fotos: Klaus Dürkop

0 Kommentare

Mi

30

Nov

2016

Graswarder bei Nacht

Eine solche Aufnahme ist nur bei dunklem und sehr klarem Himmel fernab jeglicher Lichtverschmutzung zu machen. Das war in Heiligenhafen - wenn auch nicht perfekt- Anfang November möglich.

 

Das Bild selber ist eine Komposition von ca. 200 Aufnahmen, die jeweils bei ISO 3200 und f/2,8  20 ohne Pause belichtet wurde. Dabei sind die Sterne pro Einzelaufnahme noch Punkte.

 

Mit Hilfe einer speziellen Software kann man die Strichspuren zusammensetzen. Hierbei wird nun die Sternenhelligkeit addiert. Ansonsten wäre der Vordergrund stark überbelichtet. Die Kamera muss dazu auf einem Stativ stehen und die Belichtung erfolgt automatisch. Weitere Hinweise gibt der Bildautor Manfred Kiau. Nähere Angaben sind über den NABU Heiligenhafen zu erfahren.

 

 

Text: K. Dürkop, Foto: M. Kiau

Sa

26

Nov

2016

Vogelgrippe im Naturschutzgebiet?

Aufgeschreckt durch die täglichen Meldungen zur Vogelgrippe, haben wir mit einer kleinen Beobachtergruppe am 24.11. den Graswarder nach verendeten Wasservögeln abgesucht. Ergebnis: Kein einziger Hinweis auf tote Enten oder Gänse an der Küstenlinie und den Lagunenrändern des Naturschutzgebietes. Wollen wir hoffen, dass diese  erfreuliche Tatsache auch in der nächsten Zeit anhält!

Auffallend war an diesem Tag ein großer Flug mit ca. 700 Nonnengänsen, die eifrig  nach Gräsern des Rotschwingels suchten. Sie sind aber schon längere Zeit Gäste bei uns. Noch bleibt die Frage offen, ob sie in dieser Anzahl ähnlich wie schon im vergangenen Jahre wieder im Heiligenhafener Umfeld rasten werden.  

 

Vermeldet werden konnten darüber hinaus noch: Schneeammern, Bekassinen, einige Alpenstrandläufer, Krickenten und im Westen des Gebietes schwerpunktmäßig Pfeifenten.

 

 

Text und Fotos: Klaus Dürkop

0 Kommentare

Machen Sie uns stark

Spenden