Saisonende eingeläutet

Aller Aufwand war vergeblich: Die Brutinsel, die wir zum wiederholten Male im Frühjahr ausgebracht hatten,  wurde auch in diesem Jahr leider nicht zu einem sicheren Brutplatz für die Fluss-seeschwalben. Zu viele Füchse trieben sich täglich in direktem Umfeld der Insel herum und ließen gar nicht erst einen Brutversuch zu. Nicht ein einziges Vollgelege wurde festgestellt, obwohl die Seeschwalben Anfang Mai immer wieder Nestmulden ausgescharrt hatten. Sie blieben leer.

 

 

Mitte Juni gaben die Seeschwalben diesen potenziellen Brutplatz auf. Zurzeit wird noch eine Alternative diskutiert, bei der die Brutinsel in einer Lagune mit einer größeren Wasserfläche eingebracht wird. Das hätte auf der einen Seite den Vorteil, dass  zwischen den Füchsen auf dem „Festland“ und der Brutinsel eine breitere Wasserfläche wäre und die Flussseeschwalben sich sicherer fühlen könnten.


Auf der anderen Seite wäre dazu aber ein erheblich höherer Aufwand nötig, um die Brutinsel im freien Wasser zu verankern. Vielleicht sind diese Gedankenspiele ja aber auch gar nicht mehr notwendig, wenn die geplanten und vorgeschlagenen Maßnahmen seitens der Behörde für die neue Saison umgesetzt werden können. Solange sich aber noch positive Lösungen abzeichnen, werden die freiwilligen Helfer des NABU mit Hilfe des Treckergespanns von Landwirt Höppner aus Neuratjensdorf stets bereit sein, die notwendigen Hand- und Spanndienste zu leisten (siehe Fotos). Herzlichen Dank an das Graswarder-Team.

 

 

Drei Tage später holte Höpner junior mit einer größeren Helferschar die Rinder mit Viehanhängern zurück  in den Heimatstall nach Neuratjensdorf).  Bei der ersten Fuhre klappte alles vorzüglich, bei der zweiten gab es Stress: unser „Herrscher“ über seine 15 „Weiber“  (Ochse  „Fiete“ aus Nordrhein-Westfalen) wollte partout  nicht auf den Anhänger. Wer wollte ihm das auch verdenken. Ein freies Rinderleben auf saftigen Salzwiesen, ohne Gängelung und Enge gegen einen Aufenthalt in einem Viehstalls einzutauschen? Nur allzu verständlich! Letztlich musste er sich den Tricks der "Cowboys" aber geschlagen geben.

 

Text: Klaus Dürkop

Fotos: Klaus Dürkop & Anja Koch