Nun ziehen sie wieder!

Zugvögel u.a. Alpenstrandläufer
Zugvögel u.a. Alpenstrandläufer

Hunderttausende von Alpenstrandläufern, Sichelstrandläufern, Knutts oder Pfuhl-schnepfen fallen nun wieder an unseren Küsten ein;  leider nur ein kleinerer Teil von ihnen an der Ostseeküste und noch weniger natürlich im NSG Graswarder, weil ihnen hier ja die großflächigen Wattflächen fehlen. Dennoch, wer sich ein bisschen Zeit nimmt, kann vom Beobachtungsturm aus bereits eine Vielzahl von Zugvogelarten bei der Nahrungsaufnahme beobachten, viele von ihnen sogar noch in vollem Brutkleid.

 

Bereits seit Mitte Juli sind hier in größerer Anzahl Alpenstrandläufer und Pfuhlschnepfen neben den Grünschenkeln an den Lagunen eingefallen. Als erste machten aber bereits Anfang Juli Rotschenkel mit ihren wohlklingen Rufen auf sich aufmerksam. So früh habe ich den Vogelzug seit langem nicht registriert.

 

Am 30. Juli ergaben sich nach langanhaltenden hohen Wasserständen in den Lagunen dann endlich auch optimale Nahrungsflächen für die nahrungssuchenden Strandläufer, nachdem die Winde auf Nordwest  gedreht hatten. Sie sind in der Regel Voraussetzung für das Trockenfallen der Wattflächen und damit für die „Bereitstellung“ eines gedeckten Tisches  mit Wattwürmern oder Ringelwürmern aller Art.

 

Wer sich früh auf den Weg zum Naturzentrum macht, kann bereits kurz hinter dem Strandresort regelmäßig auf Alpenstrandläufer treffen, die zu dieser Jahreszeit noch eine relativ kurze Fluchtdistanz aufweisen.  

 

Dreh- und Angelpunkt ist der Graswarder auch für Graugänse, deren Anzahl von Tag zu Tag zunimmt;  zur Zeit nutzen etwa 2500 Individuen den Graswarder als „eiweißreiche Tankstelle“ für ihren Weiterflug . Seeadler haben dieses Nahrungsangebot ebenfalls erkannt und stellen sich immer häufiger hier ein, um „fette Beute“ zu machen. Nicht selten kann das Schlagen direkt  vom Graswarderweg beobachtet werden. Es lohnt sich also ein Ausflug auf den Graswarder.

 

Text und Fotos: Klaus Dürkop

 

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