“Eierräuber” in der Sturmmöwenkolonie Ost

Sturmmöwe
Sturmmöwe

Ausgesprochen gut hatte sich die Sturmmövenkolonie im Ostteil entwickelt und mit mehr als 550 Brutpaaren eine erfreuliche Bestandsdichte erreicht. Zweier und dreier Gelege waren die Regel. Dann aber kam die große Entäuschung. Fast alle Nester wurden in mehreren Phasen nur noch leer angetroffen. Steinmarder und Iltis kamen für die Verluste nicht in Frage, da sich keine Schalenreste auf dem Boden nachweisen ließen. Eierklau durch Füchse konnten wir..

Sturmmöwenkolonie
Sturmmöwenkolonie

ebenfalls ausschließen.

Die Lösung des Problems führte über die Überprüfung von Gewöllen der Sturmmöwe in der Kolonie-Ost selbst. Zunächst fiel auf, dass relativ große Anteile von zerkleinerten Miesmuschelschalen darin vorkamen, was schon einmal sehr aus den normalen Zusammensetzungen herausfällt. Auf dem zweiten Blick aber staunten wir über die erheblichen Reste von Sturmmöweneischalen in den Gewöllen. Diese Möglichkeit hatte ich zwar mit Wissenschaftlern aus dem LANU diskutiert, dann aber nach eingehender Erörterung und bisherigen Erkenntnisse verworfen. Anlass einer genaueren Überprüfung war dann die Beobachtung eines Vorganges, bei der sich eine Sturmmöwe am Gelege einer Silbermöwe gütlich tat. Diese war gerade auf Beutezug und “bediente sich” erfolgreich an einem Sturmmöwenküken in der Kolonie südlich des Naturzentrums. Schalenreste des geplünderten Silbermöwengeleges ließen sich- oh Wunder- danach leider nicht mehr feststellen. Das brachte uns darauf, in der Sturmmöwenkolonie Ost noch einmal genauer die Gewölle zu untersuchen. Nach den nun vorliegenden Erkenntnissen muss man – vorsichtig ausgedrückt – wohl davon ausgehen, dass die enorme Trockenheit ( nahezu keine Niederschläge bei verhältnismäßig hohen Temperaturen in den letzten sechs Wochen)  mit für den Kanabalismus in Frage kommt. Ob die Paare unter Umständen sogar ihre eigenen Eier gefressen haben oder nur die der Nachbarn ist eine weitere Frage.

In der Sturmmövenkolonie südlich unseres Naturzentrums herrscht dagegen reges Leben (siehe Bilder). Hier greifen Silbermöwen aber nicht unerheblich in den Bestand ein.

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