Distelfalter-Invasion

Distelfalter
Distelfalter

Momentar sind Millionen von Distelfaltern in Deutschland eingefallen, soviele wie seit 50 Jahren nicht mehr. Forscher wie Naturfreunde staunen über dieses Jahrhundertphänomen. Bekannt ist zwar, dass dieser Falter alljährlich im Frühjahr von Nordafrika nach Mitteleuropa wandert, doch dieser massenhafte Auftritt ist ungewöhnlich. Im Mai fielen sie in zunächst in größerer Anzahl nur in Süddeutschland auf, jetzt sind sie auch in Norddeuschland zu Tausenden zu beobachten. Distelfalter gehören zu den aktivsten..

Wanderfaltern überhaupt. Sie fliegen bis zu einer Höhe von 3000 Metern und überqueren damit auch die Alpen. Dieser sandfarbene Falter ist etwa so groß wie ein Tagpfauenauge. Den Namen haben die Distelfalter übrigens von ihrer Futterpflanze, den Distel erhalten. Die steht hauptsächlich auf dem Speiseplan der Raupen. Und weil das so ist, legen die weiblichen Schmetterlinge an den Disteln auch gleich ihre Eier ab. Die gewaltigen Schwärme in diesen Tagen lassen wohl darauf schließen, das die günstigen Wetterbedingungen bei uns für die hohe Population verantwortlich sind. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Distelfalter nicht nur die Blüten der Distel aufsuchen, sondern zu Tausenden auch die Blütenhorizonte des Strandflieders, der auf dem Graswarder fast zwei Wochen früher als sonst seine Pracht entwickelt hat. Überall   können die Besucher des Graswarders die unruhigen “Geister” beobachten und bestaunen. Es ist ein schönes Naturschauspiel, was wir jetzt sehen. Keine Entwarnung bedeutet dieses Auftreten aber für die heimische Artenvielfalt. Einheimische Arten wie der “Kleine Fuchs” sind auch in diesem Jahr wie bereits 2008 äußerst schwach vertreten. An diesen empfindlichen Arten wirken sich klimatische Schwankunken und die veränderte Landnutzung (Maisanbau) weiterhin verherend aus.

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