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Überall regt sich Bildung und Streben …

(Goethe: Osterspaziergang im Faust)

Schon im zeitigen April blühen auf dem Graswarder die ersten Pflanzen:  Das Dünen-Stiefmütterchen (Viola tricolor curtisii) und das Dänische Löfffelkraut (Cochlearia danica). Diese frühe Blütezeit bedeutet einen Vorteil bei der Bestäubung: Frühe Insekten steuern gezielt die Blüten dieser Pflanzen an. Das Dünen-Stiefmütterchen ist mehrjährig und kann die Energie zur Blütenbildung aus den Reserven mobilisieren, die im vergangen Jahr in den langen Wurzeln gespeichert worden sind. Anders das Dänische Löffelkraut: Es ist einjährig. Allerdings hat es seine Lebenszeit geschickt aufgeteilt. Die Pflanze keimt bereits im September aus den Samen des Sommers – und kann dann bis zum Winter noch genug Energie in der grundständigen Blattrosette speichern. So kann sie im Frühjahr auch sehr zeitig Blüten bilden. Die Pflanze ist zwar recht klein, bildet aber im Frühjahr ganze Blütenteppiche aus.

  

So schnell sind andere Pflanzen nicht: Gerade einmal die ersten Keimlinge zeigen der einjährige Queller (Salicornia europaea) oder die Strandsode (Suaeda maritima).

  

Auch andere ausdauernde Pflanzen trauen sich erst langsam aus dem „Winterschlaf“, so z.B. die Salzmiere (Honckenya peploides), der Scharfe Mauerpfeffer (Sedum acre) oder die Strand-Grasnelke (Armeria maritima). Sie werden uns später im Jahr mit ihren Blüten erfreuen.

  

Text und Bilder: Christian Spickermann