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Naturschutzgebiet Graswarder Um eine dauerhafte Sicherung der geomorphologischen und biologischen Besonderheiten der Nehrung zu erreichen, wurde der Graswarder 1968 auf Antrag des NABU unter Naturschutz gestellt Die Verordnung wurde 1987 erheblich verbessert und die Ausdehnung des Gebietes auf 229 Hektar vergrößert. Hintergrund dafür war u.a. die Sorge um die Auswirkungen wachsender Besucherströme und Nutzungszugriffen auf diesen einmaligen Lebensraum. Die Antragsteller hatten auf jeden Fall den richtigen "Riecher", denn 1972 wurde in unmittelbarer Nachbarschaft ein Ferienzentrum mit 6800 Betten fertig gestellt. Weiterhin entstand bis heute ein Segelhafen mit ca. 900 Liegeplätzen. Gleichzeitig galt es, die frei lebende Tier- und Pflanzenwelt der Ostseeküste zu erhalten und den besonderen Erlebniswert dieser Landschaft in einer friedlichen Koexistenz für den Menschen zu erschlies- sen. Das Naturschutzgebiet umfasst den von Westen nach Osten wandernden Nehrunghaken auf einer Länge von ca. 2,5 km, sowie die unmittelbar angrenzenden Watt- und Wasserflächen der Ostsee bis zu einer Breite von 300 Metern.
Naturkundliche Führungen Um der frei lebenden Tier- und Pflanzenwelt einen weitge- henden ungestörten Lebensraum zu sichern, ist das NSG Graswarder ganzjährig für den Menschen gesperrt- mit einer Ausnahme: Unter der Leitung von Naturschutzwarten (innen) kann die beeindruckende und artenreiche Strandwall- und Strandwiesenlandschaft erlebt und begriffen werden. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Ein 37 Grad warmes Sturm- möwenei oder ein gerade geschlüpftes Jungtier in der Hand zu spüren, gehört genauso dazu, wie das Schmecken salzhaltiger Pflanzenteile des Quellers oder das Riechen von Blättern des äußerst seltenen Echten Sellerie. Bevor es aber zur naturkundlichen Führung in die Seevogelkolonie hinaus geht, werden dem Besucher alternativ drei Informationsvorträge zur Auswahl gestellt: 1. Diavortrag: Von der Steilküste zum NSG Graswarder. Eine Bilddokumentation von der Entstehung der Nehrung bis zur Tier-und Pflanzenwelt unter Berücksichtigung von Problemfeldern. 2. Dokumentarfilm: Naturschutz an der Ostseeküste mit Eindrücken aus einem Meeresschutzgebiet, einer Steilküste als einem geschützten Landschaftsbestandteil, einem Naturschutzgebiet ( Gras- warder ), und einem Nationalpark ( Vorpommersche Boddenlandchaft ) 3. Videoprojektion : Vorführung von Kleistlebewesen ( Ostseeplankton im Wassertropfen ) mit dem Video-Mikroskop auf eine große Leinwand. Und das erwartet Sie u. a. während einer Führung in die Seevogelkolonie von Ostern bis Ende Oktober des Jahres : Direkt auf dem Gelände des Naturzentrums brütet gut sichtbar von Mitte März bis Ende April eine Graugans in luftiger und sturmflutsicherer Höhe. Bis zu 25 Brandgänse balzen auf dem Strandwall vor dem Blockhaus von Monat März bis in den Mai. Später führen sie ihre Jungen vor. In der Seevogelkolonie machen Sie die Bekanntschaft mit typischen Salzwiesenpflanzen wie dem Echten Sellerie. Er ist die Urform aller heute angebotenen Selleriearten wie z. B. der Knollen- oder Stangensellerie.Oder Sie lernen den pfeffrigen Geschmack der Breitblättrigen Kresse, auch Pfefferkresse genannt, kennen. Sie erleben Kleinstkrebse im feuchten Watt- boden und schauen zu, wie der Austernfischer sich einen Wattwurm aus dem Schlickboden zieht. Die Naturschutzwarte (innen) führen Sie in die Stummövenkolonie, wo es Ihnen z. B. erlaubt ist, ein 37 Grad warmes Ei, oder ein geschlüpftes Jungtier in die Hand zu nehmen. Sie können das Revierverhaltenverhalten der Austernfischer erleben , dem Stoßtauchen der Seeschwalben zusehen, dem Trillerspiel der Rotschenkel lauschen und... und... und........ Öffentlichkeitsarbeit Jährlich werden somit ca. 400 Vorträge, kombiniert mit Führungen in das NSG, durchgeführt und das alles ehrenamtlich. Die Führungen begannen 1971 von einem altersschwachen Campingwagen aus, ab 1973 stand ein Blockhaus zur Verfügung, das im 2. und 3. Bauabschnitt bis 1978 um einen Vorführ- und Verkaufsraum ergänzt wurde. Damit war der Schlüssel für eine optimale Vermarktung von Naturschutzzielen geboren, die uns gleichzeitig in die Lage versetzte, eine ausgeglichene Kostenbilanz für das Naturzentrum vorzulegen. Spendengelder, Erlöse aus dem Verkauf von Büchern, Postern, Karten etc. sowie Zuschüsse aus dem Umweltministerium haben das ermöglicht. Das Naturzentrum Graswarder hat sich im Laufe der Zeit einen sehr guten Ruf im Gesamtrahmen des Veranstaltungsangebotes von Heiligenhafen erworben. Das hat Früchte getragen und mehrheitlich zur Akzeptanz in der Bevölkerung geführt, auch bei den Entscheidungsträgern der Stadt. |
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