Pflanzen der Salzwiese
Im Schutze der Nehrungshaken und in stillen Buchten entstanden im Laufe der letzten Jahrhunderte Salzwiesen, ähnlich denen an der Nordseeküste. In ihrer Ausdehnung sind sie jedoch erheblich kleinflächiger und in ihrem Bestand stark gefährdet.
Die Verteilung der Pflanzenarten auf verschiedene Zonen weist gegenüber dem Vorland an der Nordseeküste einige Besonderheiten auf.
So wächst der Queller z.B. auf dem Graswarder nur selten im Sandschlickwatt als Pionierpflanze. Er erscheint an vielen Stellen eher flächendeckend in den etwa 30 cm über N.N. gelegenen Schlickmulden und in moorigen, abflusslosen Senken, in denen das Wasser nach Überflutungen stehen bleibt .Diese Senken werden nach der Verdunstung des Salzwassers zu Standorten für den Queller und auch die Strandsode. Der Boden erreicht hier eine Salzkonzentration bis zu 4,5 %, obwohl der Salzgehalt der Ostsee auf der Höhe von Heiligenhafen nur bei ca. 1,3 % liegt. Verdunstung ist hier das Zauberwort.
Andere Arten, wie die Meerstrandsimse, breiten sich am Rande von Kolken und stillen Buchten zuweilen in mächtigen Horsten aus. Diese Art fehlt im gezeitengeprägten Nordseeküstenvorland nahezu vollständig. Auch der stark gefährdete Echte Sellerie liebt zwar salzige Wiesen, besiedelt aber auch höhere, unbeweidete Standorte im Verbund mit Meerstrandwegerich, Meerstrandmilchkraut, Rotschwingel und Schilf.
Im Übrigen ist die Verteilung der Pflanzenzonen vergleichbar mit der des Vorlandes an der Nordseeküste.
Auch hier an der Ostseeküste sind dies die Quellerzone, die Andelwiese, die Kolkränder, die Rotschwingelwiese sowie die Süßwiese im Auslauf der Kleindünen.
Leider ist auf dem Graswarder ein ununterbrochener Blütenteppich nur im Westen des Gebietes auf etwa 10 Hektar zu beobachten.
Hierbei handelt es sich um den ältesten Teil des Graswarders. Dieser wurde nicht – wie der größten anderen Flächen des Graswarders - regelmäßig von Jungrindern beweidet. In den Nachkriegsjahren grasten lediglich auf geringen Teilflächen einige angepflockte Ziegen. Später blieb die Fläche sich weitgehend selbst überlassen. In den 80er Jahren grasten Pferde die Salzrasen mehr oder weniger extensiv ab. Diese Beweidung findet auf Grund eines Zonierungsprogrammes derzeit nicht mehr statt
Durch die jahrzehntelange Sukzession konnte sich auf diesem Teilgebiet eine Salzwiesenvegetation entwickeln, wie sie leider nur noch ganz selten an der Ostseeküste zu finden ist. Dabei handelt es sich überwiegend um einen Rotschwingelrasen (Festuca rubra), in denen Strandflieder ( Limonium vulgare ), Salzaster ( Aster tripolium ), Strand-Beifuß (Artemisia maritima) und Strand-Dreizack (Trichlochin maritimum) mit wechselnder Dominanz vorkommen.
An den Boddenrändern und in wassergefüllten Senken haben sich niedrigwüchsige Riede aus Schilf (Phragmites maritimus) und Strand-Binse (Juncus maritimus) entwickelt.
Im Übergangsbereich von diesen Rieden zur Salzwiese gedeiht an mehreren Stellen der sehr seltene Echte oder Wilde Sellerie (Apium graveolens). Hinzu kommen Löffelkrautarten (Cochlearia spec.). |
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